Nach UN-Angaben sind im Südsudan mindestens 90.000 Menschen von schweren Überflutungen überrascht worden, die von starken Regenfällen ausgelöst wurden. Dabei seien Häuser und Felder überschwemmt worden, was Tausende Menschen in die Flucht getrieben haben soll. Dies teilte die UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe Ocha am Freitag mit.
Besonders die nordöstlichen Landkreise Ayod und Canal sollen von den Überschwemmungen getroffen worden sein. Damit sehen sich viele Einwohner bereits zum zweiten Mal innerhalb eines kurzen Zeitraums einer derartigen Katastrophe ausgesetzt, wie Ocha berichtet. Da in der Region ohnehin schon eine große Armut herrsche, seien viele Menschen nun darauf angewiesen, sich von unverdaulichen Gräsern und Fischen zu ernähren, um ihr Überleben zu sichern, bis Nahrungsmittelhilfen sie erreichen würden, so die Agentur.
Schon seit Jahren ist die humanitäre Lage im ostafrikanischen Land prekär, unter anderem da kurz nach der Unabhängigkeit vom Sudan im Jahr 2011 ein Bürgerkrieg ausbrach. Trotz dessen Beendigung 2018 kommt es weiterhin immer wieder zu Gewalt zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, dessen Auslöser oft Streit über Ressourcen wie Land und Wasser ist.
Auch leidet der Südsudan unter anderen Naturkatastrophen wie Dürren, Heuschreckenplagen, Fluten oder Ausbrüchen von Krankheiten.
Mehr zum Thema - Jahrhundertflut im Sudan führt zu einer Welle der Obdachlosigkeit