WikiLeaks bietet 100.000 Euro für geheimen TTIP-Vertragstext

Um mögliche Whistleblower zu motivieren, Dokumente des umstrittenen Freihandelsabkommens TTIP offenzulegen, organisiert WikiLeaks derzeit eine Crowdfunding-Kampagne. 100.000 Euro sollen gesammelt werden um diese als Premie für die begehrten Papiere auszusetzen. Für das transpazfisische Freihandelsabkommen TPP startete WikiLeaks bereits eine ähnliche Kampagne.
1.112 Menschen, darunter auch der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis und der britische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald, haben bereits gespendet und nach wenigen Tagen eine Summe von knapp 50.000 Dollar zusammengetragen. Insgesamt sollen 100.000 Euro (109.700 Dollar) gesammelt werden, um potentielle Whistlerblower zu animieren der Leakingplattform WikiLeaks einen Entwurf des weiterhin geheimen Vertragstrextes zum Freihandelsabkommen TTIP bereitzustellen. WikiLeaks-Gründer Julian Assange bezeichnet das Abkommen als "einen Schatten, [der] über der Zukunft der Demokratie in Europa" liege. Eine ähnliche Kampagne hat die Leakingplattform vor einigen Wochen bezüglich des transpazifischen Zwillings von TTIP, dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP, ausgerufen. Zusammen mit dem Dienstleistungsabkommen TiSA bilden die geplanten Verträge eine Dreifaltigkeit der Freihandelsabkommen, an denen - bei Umsetzung - rund 30 Prozent der globalen Ökonomien beteiligt wären. Da die BRICS-Staaten von der geplanten Freihandelszone ausgenommen sind, bezeichnet WikiLeaks die Pläne auch als "Teil der geopolitischen, ökonomischen Strategie gegen Russland, China, Brasilien, Südafrika und Indien". Von der Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton wurde TTIP gar schon als "ökonomische NATO" bezeichnet. Auch ohne das nun von WikiLeaks gesammelte Preisgeld konnten schon einige Dokumente zu den geplanten Abkommen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Während die Leakingplattform um Julian Assange vor allem Papiere des TPP-Vertrages veröffentlichte, finden sich auf den Seiten der deutschsprachigen Rechercheplattform correktiv.org auch einige Original-Dokumente zu TTIP.