Lara Gut-Behrami hat ihre Skikarriere beendet. Die 35-jährige Tessinerin verzichtet endgültig auf ein Comeback und zieht damit einen Schlussstrich unter eine der eindrucksvollsten Laufbahnen des alpinen Skisports.
Nach einer schweren Knieverletzung im Training in Copper Mountain, bei der sie sich Kreuz- und Innenband sowie den Meniskus riss, war klar, dass die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina ausfallen würden.
Viele hatten dennoch auf eine Rückkehr gehofft, insbesondere mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaften in Crans Montana. Doch Gut- Behrami entschied sich dagegen. In einer ruhigen und sehr persönlichen Botschaft erklärte sie, dass sie nach fast zwanzig Jahren im Spitzensport keine dauerhaften Schmerzen habe und alles daransetzen wolle, dass das auch so bleibe.
Der richtige Zeitpunkt sei gekommen, dem Körper nicht länger extreme Belastungen aufzuzwingen. Das Skifahren sei für sie etwas Magisches und Natürliches. Diesen Eindruck wolle sie sich nicht durch erzwungenes Weitermachen trüben lassen. Stattdessen freue sie sich darauf, künftig einfach nur noch zu fahren, ohne Startnummer und ohne den ständigen Druck, Grenzen überschreiten zu müssen.
Ihre Bilanz spricht für sich. Olympisches Gold im Super-G in Peking, zwei Bronzemedaillen, zwei Weltmeistertitel in Cortina, neun WM-Medaillen insgesamt, zwei Gesamtsiege im Weltcup und 48 Einzelsiege. Sechsmal holte sie die Disziplinenwertung im Super-G, so oft wie keine andere. Damit gehört sie zu den erfolgreichsten Schweizer Skifahrerinnen aller Zeiten und war über Jahre eine feste Größe im Weltcup, die vor allem im Super-G und Riesenslalom für Spannung sorgte.
"Ich hatte das Glück und die Ehre, eine sehr lange und intensive Karriere erleben zu dürfen, meine Träume und Wünsche durch meine Fahrten auszudrücken und diese Reise an der Seite aussergewöhnlicher Menschen zu bestreiten."
Für die Fans ist es ein Abschied, der wehtut. Dennoch wirkt die Entscheidung reif und selbstbestimmt. Viele Athleten quälen sich noch jahrelang mit Schmerzen weiter. Gut Behrami geht einen anderen Weg und bewahrt sich die Freude am Sport. In ihrer Erklärung bedankte sie sich bei ihrer Familie, ihrem Mann Valon Behrami und dem gesamten Team. Sie blicke mit spürbarer Erleichterung nach vorn.
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