Elon Musk überrascht Davos mit kurzfristigem WEF-Auftritt

Elon Musk tritt erstmals und ohne Vorlauf beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf. Der Schritt ist bemerkenswert, da Musk das WEF jahrelang kritisiert hat und sich politisch klar vom globalistischen Milieu abgrenzt.

Ein spätes Erscheinen sorgt in Davos für Unruhe. Elon Musk, der Tech-Unternehmer und CEO von Tesla, SpaceX und X, wird überraschend am Weltwirtschaftsforum teilnehmen.

Die kurzfristige Zusage gilt als bemerkenswert, nicht zuletzt weil Musk das WEF über Jahre hinweg offen kritisiert und sich demonstrativ von dessen globalistischem Selbstverständnis distanziert hat.

In Davos dominierte in dieser Woche vor allem ein Thema die Debatten. Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus und seine kompromisslos verfolgte America-First-Agenda bestimmten Ton und Inhalt zahlreicher Panels und Hintergrundgespräche.

Trumps Politik richtete sich explizit gegen das transatlantische Establishment, gegen europäische Eliten und gegen jenes global vernetzte Milieu, das in Davos traditionell den Ton angibt. Vor diesem Hintergrund erhält Musks angekündigter Auftritt zusätzliche politische Brisanz.

Laut Angaben auf der offiziellen Website des Weltwirtschaftsforums wird Musk am Donnerstag von 16:30 bis 17:00 Uhr MEZ gemeinsam mit BlackRock-Chef Larry Fink auftreten. Bloomberg zufolge wurde Musk erst in letzter Minute ins Programm aufgenommen. Für das WEF ist es ein Novum. Musk ist bislang nie in Davos aufgetreten.

Die Distanz zwischen Musk und dem WEF war über Jahre hinweg deutlich.

Spätestens nach der COVID-Pandemie wandelte sich sein öffentliches Weltbild sichtbar. Musk stellte sich zunehmend gegen supranationale Institutionen, technokratische Steuerungsansprüche und moralisch aufgeladene Regulierungsvorhaben.

Stattdessen positionierte er sich als Verfechter nationalstaatlicher Souveränität, wirtschaftlicher Freiheit und einer Politik, die er als menschenzentriert bezeichnet. Diese Haltung deckt sich in zentralen Punkten mit Trumps politischer Agenda.

In sozialen Medien griff Musk das Weltwirtschaftsforum wiederholt scharf an. Er sprach von einem nicht gewählten Machtzentrum, das politische Ansprüche formuliere, ohne demokratisch legitimiert zu sein.

Er kritisierte staatliche Geldflüsse an eine Organisation, die sich als exklusive Eliteveranstaltung inszeniere. Und er warf dem WEF vor, den Begriff der Desinformation opportunistisch zu verwenden, um abweichende Meinungen zu delegitimieren.

Zugleich zeigte Musk auch ironische Distanz. Seine frühere Absage an Davos begründete er nicht mit finsteren Verschwörungen, sondern mit schlichter Langeweile. Das Pathos, mit dem sich das Forum selbst inszeniere, lade geradezu dazu ein, es nicht allzu ernst zu nehmen.

Dass Musk nun doch erscheint, dürfte weniger Ausdruck einer Annäherung sein als ein kalkulierter Auftritt auf fremdem Terrain.

Sein Gespräch mit Larry Fink verspricht Spannung, nicht nur wegen der unterschiedlichen politischen Grundhaltungen, sondern auch wegen der grundsätzlichen Frage, ob das WEF im Jahr 2026 noch jene Deutungshoheit besitzt, die es lange für sich beanspruchte.

In Davos wächst der Eindruck, dass sich die globale Debatte verschoben hat. Der überraschende Auftritt eines der prominentesten Kritiker des Forums ist dafür ein weiteres, kaum zu übersehendes Signal.

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