Veronika Skworzówa, Leiterin der Föderalen Medizinisch-Biologischen Agentur Russlands, gibt am 29. September gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti Folgendes bekannt:
"Zwei neue Medikamente ergänzen das Angebot an Blutkomponenten: lyophilisiertes Kryopräzipitat (CRYO-L) und gepooltes lyophilisiertes Kryopräzipitat (CRYO-PL).
Sie enthalten viermal so viele gerinnungsfördernde Proteine wie ein vergleichbares Volumen lyophilisiertes Blutplasma und sind unter anderem zur Notfallblutstillung vorgesehen."
Skworzowa unterstreicht, dass diese erhöhte Konzentration an Gerinnungseiweißen genau dann zum Zuge kommt, wenn der Organismus sie in Form von Thrombozyten nur in verringerter Menge in Eigenregie generieren kann – also dann, wenn der Mensch verletzt ist, schwer blutet und sie am notwendigsten hat:
"Bei schweren Verletzungen, Operationen oder komplizierten Geburten verliert der Körper nicht nur erhebliche Mengen Blut – sondern auch die Fähigkeit, schnell Blutgerinnsel zu bilden.
Kryopräzipitat gleicht den Mangel an wichtigen Blutgerinnungsproteinen direkt aus und hilft so, Blutungen innerhalb weniger Minuten zu stoppen."
Laut der Leiterin der medizinisch-biologischen Agentur liegt ein weiterer wesentlicher Vorteil der neuen Komponenten in ihrer Trockenform, die durch Gefriertrocknung erreicht wird. Dadurch können die Medikamente bei Temperaturen zwischen 5 und 20 Grad Celsius gelagert werden, was ihre Haltbarkeit deutlich verlängert.
Sie merkte ferner an, dass die Aufnahme dieser neuen Spenderblutkomponenten in die Nomenklatur durch die Initiative der Föderalen Medizinisch-Biologischen Agentur und die Arbeit der Agentur für Lyophilisierungstechnologien ermöglicht wurde. Dieser rechtliche Status erlaubt die praktische Anwendung der Entwicklung. Skworzowa erläuterte, dass die Teams von Rettungswagen oder Militärsanitätern nun rechtmäßig und gemäß den Richtlinien einen trockenen Behälter aus einem Erste-Hilfe-Kasten entnehmen und unmittelbar vor Ort verwenden können, ohne zuvor auf die Anlieferung herkömmlicher Blutkonserven warten zu müssen und ohne aufwendige labortechnische Vorbereitungen.
Wie wichtig diese Errungenschaft ist, erklärt die Wissenschaftlerin ganz trocken mit einem Allgemeinplatz, der deswegen jedoch kein Bisschen an Gültigkeit verliert:
"Bei massivem Blutverlust zählt jede Minute, und es geht um Leben und Tod."
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