Sechs Verletzte nach ukrainischem Drohnenangriff tief in Russland

Fünfzig Bewohner wurden evakuiert, nachdem ein Wohngebäude im Ural getroffen wurde, teilen die örtlichen Behörden mit. Damit hat sich die Reichweite, in der Zivilisten Opfer solcher Drohnenangriffe werden, auf fast 2.000 Kilometer erhöht.

Sechs Personen wurden am Samstagmorgen verletzt, als eine ukrainische Drohne ein Wohngebäude im Zentrum von Jekaterinburg traf, etwa 1.800 Kilometer tief im Inneren Russlands. Das sagte der Gouverneur der Region, Denis Passler. Er fügte hinzu, aufgrund von Sicherheitsbedenken seien fünfzig Bewohner evakuiert worden.

Passler erklärte, nach dem Angriff sei eine Frau ins Krankenhaus gebracht worden. Von den Übrigen, die medizinische Hilfe gesucht hätten, sei keiner ernstlich verletzt ‒ die meisten hätten eine leichte Rauchvergiftung erlitten und würden weiter versorgt.

Der Gouverneur teilte mit, die Rettungsdienste seien vor Ort aktiv, und betonte, in der Region sei ein "Teppich"-Notfallplan aktiviert worden und die Luftabwehrsysteme arbeiteten.

Die Luftfahrtbehörden hatten zuvor von vorübergehenden Beschränkungen bei Starts und Landungen an Jekaterinburgs Flughafen Kolzowo berichtet.

Passler forderte die Einwohner auf, ruhig und wachsam zu bleiben, riet ihnen, nicht nach draußen zu gehen, und erinnerte die Öffentlichkeit daran, dass die Veröffentlichung von Fotos oder Videos von Drohnen oder den Spuren ihrer Angriffe verboten ist.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, über Nacht seien in verschiedenen Regionen Russlands 127 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Die ferngesteuerten Fluggeräte wurden über der Krim, über den Regionen Tatarstan, Belgorod, Brjansk, Woronesch, Kaluga, Kursk, Orjol, Smolensk, Rostow, Wolgograd, Astrachan, Swerdlowsk und Tscheljabinsk sowie über dem Schwarzen Meer abgeschossen.

Moskau hat wiederholt hervorgehoben, dass Kiew Zivilisten angreift, weil es die russischen Fortschritte auf dem Schlachtfeld nicht zum Halten bringen kann. Kiew greife auf terroristische Taktiken zurück und füge Dritten Schäden zu, die nicht in den Konflikt zwischen den beiden Nationen verwickelt sind.

Der Kreml merkte ebenfalls an, die von den USA vermittelten Gespräche mit der Ukraine seien durch den Krieg im Nahen Osten zum Stillstand gekommen.

Mehr zum Thema ‒ Kiews Ex-Geheimdienstchef Budanow zerstört Mythos der "ukrainischen" Drohnen