In einer Fachpublikation berichtet der Generaldirektor des russischen Staatskonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, über die Spezifikation der Energieanlage für den Mond. Rosatom entwickelt das Kraftwerk gemeinsam mit der staatlichen Raumfahrtbehörde Roskosmos.
Es handelt sich laut dem Konzernchef um eine Anlage mit einer Kapazität von bis zu zehn Kilowatt, einem Gewicht von höchstens 1.200 Kilogramm und einem störungsfreien Betrieb von über zehn Jahren.
Wie es heißt, muss das Kraftwerk Startüberlastungen, Vakuum, Strahlung, aber auch einer Mondnacht mit einer Temperatur von minus 150 Grad Celsius, die zwei Erdenwochen dauert, standhalten.
"Das ist keine Theorie", betont der Generaldirektor von Rosatom.
In dem Zusammenhang führt er aus:
"Unsere Radioisotopenquellen arbeiten seit Jahrzehnten autonom an Leuchttürmen entlang des Nördlichen Seewegs und versorgten 2019 den chinesischen Mondrover 'Jadehase' auf der Rückseite des Mondes mit Wärme."
Genau diese bewährten Lösungen böten die russischen Fachleute für wissenschaftliche Geräte und mobile Module an, fügt Lichatschow hinzu.
Für die Gewinnung von Ressourcen auf dem Mond, etwa den Abbau von Seltenerdmetallen oder die Gewinnung von Sauerstoff und Raketentreibstoff aus Eis, reiche eine Kapazität von zehn Kilowatt jedoch nicht aus, erläutert der Rosatom-Chef.
Und weiter:
"Wir unternehmen im Augenblick den ersten Schritt zur Errichtung eines kleinen Kernkraftwerks auf dem Mond. Zugleich erwägen wir bereits ein Projekt für ein AKW für den Mond mit einer um eine Größenordnung höheren Kapazität."
"Der globale Konsens ist eindeutig", betont Lichatschow. Ohne leistungsstarke Kernreaktoren werde der Weltraum ein Ort sporadischer Expeditionen bleiben und kein Zentrum der industriellen Entwicklung.
Rosatom sei bereit, so der Konzernchef, "zuverlässige, kontinuierliche und sichere Energie" für Technologien bereitzustellen, die den dauerhaften Aufenthalt des Menschen im Sonnensystem gewährleisten würden.
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