Während seiner Ansprache an das Kollegium des Föderalen Sicherheitsdienses FSB in Moskau am Dienstag hat Russlands Präsident Wladimir Putin bekannt gegeben, dass der Sprengsatz bei dem Terroranschlag auf Verkehrspolizisten in der Hauptstadt ferngezündet wurde.
Der Anschlag hatte sich kurz nach Mitternacht in der Nacht zu Dienstag in der Nähe des Sawjolowski-Bahnhofs in Moskau ereignet, RT DE hatte berichtet. Ein Verkehrspolizist und der mutmaßliche Attentäter kamen bei der Explosion ums Leben, zwei weitere Beamte wurden schwer verletzt.
Putins Auftritt vor dem FSB hat die Bekämpfung der Terrorgefahr in Russland zum Schwerpunkt. Der Präsident stellte fest, dass die Zahl der Terroranschläge in Russland gestiegen ist. Die Mehrzahl der terroristischen Akte sei auf das Wirken ukrainischer Geheimdienste zurückzuführen.
Den Anschlag am Sawjolowski-Bahnhof wenige Stunden zuvor benannte der Präsident als das jüngste Beispiel dafür. Wörtlich sagte er:
"Beispielsweise war es gestern am Sawjolowskij Bahnhof – höchstwahrscheinlich, denn es bedarf noch zusätzlicher Arbeit Ihrerseits, aber so viel kann man jetzt schon sagen – ein heute schon typischer Fall des Anwerbens. Man hat diesem Menschen einen Sprengsatz überreicht und diesen dann ferngezündet: Sowohl den Angeworbenen, als auch die vermutlichen Zielpersonen: Beamte des Innenministeriums."
Bekannt sind den Ermittlern inzwischen auch die Personalien des Attentäters, der den Sprengsatz mitführte. Wie der Pressedienst des Staatlichen Ermittlungskomitees bekannt gab, handelt es sich um einen 22-jährigen Mann, der aus der Republik Udmurtien stammte. Bekannt ist den Ermittlern, dass er am 22. Februar einen Zug aus Sankt Petersburg nach Moskau bestiegen hat. Die Ermittlungen zu seinen Motiven und den Umständen der Tat dauern an.
Das Benutzen von angeworbenen "Wegwerfagenten", die einen Sprengsatz in die Nähe der Zielperson des Anschlags tragen und dann zusammen mit dieser ferngezündet gesprengt werden, hat sich inzwischen zu einer typischen Vorgehensweise ukrainischer Geheimdienste entwickelt. Auf diese Weise wurde beispielsweise am 3. Juli 2025 der pensionierte Bürgermeister von Lugansk, Manolis Pilawow ermordet: Der gegen ihn gerichtete Sprengsatz explodierte im Rucksack einer 36 Jahre alten Frau, als Pilawow aus dem Hauseingang seines Wohnhauses trat. Sowohl er, als auch die Trägerin des Rucksacks wurden durch die Explosion getötet.
Zuvor war in der Region Stawropol ein Vizebürgermeister auf ähnliche Weise getötet worden: Ein Sprengsatz wurde ferngezündet, als das Anschlagsopfer und der Träger des Sprengsatzes sich nahe kamen, beide kamen ums Leben.
Vor genau zwei Monaten, in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember, waren zwei Beamte der Verkehrspolizeit unter ähnlichen Umständen wie jetzt im Süden von Moskau getötet worden. Der Attentäter war damals ebenfalls bei der Explosion gestorben.
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