Moskauer Gericht spricht Alexei Nawalny schuldig – weitere neun Jahre Haft

Ein Moskauer Gericht hat den russischen Oppositionellen Alexei Nawalny am Dienstag wegen Betrugs in besonders großem Ausmaß und Beleidigung einer Richterin schuldig gesprochen. Der 45-Jährige muss für neun weitere Jahre ins Gefängnis.

Ein Moskauer Gericht hat den inhaftierten Kremlgegner Alexei Nawalny schuldig gesprochen. Er muss neun weitere Jahre im Gefängnis verbringen und eine Geldstrafe in Höhe von 1,2 Millionen Rubel (rund 10.500 Euro) zahlen.

Nach Ansicht der Justiz habe der Oppositionelle einen Teil der Spenden für seine inzwischen verbotene Anti-Korruptionsstiftung FBK "für persönliche Zwecke" verwendet. Außerdem habe er Prozessbeteiligte in einem früheren Gerichtsverfahren beleidigt. Nawalnys Anwälte forderten einen Freispruch.

Die Anhörung begann Mitte Februar. Nawalny wurde per Videoschalte aus einem Straflager in Pokrow zugeschaltet, wo er derzeit seine Haftstrafe verbüßt.

"Falls Nawalny für schuldig befunden wird, wird er zum 'Wiederholungstäter'. Damit könnte er in ein Hochsicherheitsgefängnis mit strengeren Bedingungen viel weiter von Moskau entfernt verlegt werden. Es wird praktisch unmöglich sein, mit Alexei in Kontakt zu bleiben", schrieb seine Sprecherin Kira Jarmysch auf Twitter.

Das Team des Kreml-Gegners sieht das Vorgehen der russischen Justiz als weiteren Versuch, Nawalny mundtot zu machen. "Wir haben gesagt, dass Putin Nawalny für immer im Gefängnis halten will", sagte die Sprecherin des Oppositionellen, Kira Jarmysch. 

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