"Feuersturm" in Russland: Waldbrände vernichten mehrere Häuser im Gebiet Tscheljabinsk

Im russischen Gebiet Tscheljabinsk toben heftige Naturbrände. Die Flammen haben bislang ungefähr 14.000 Hektar Wald vernichtet. Örtliche Feuerwehren sprechen von einem "Feuersturm". Die bisherige Bilanz der Naturgewalt: ein Toter und mehr als 70 abgebrannte Häuser.

Waldbrände, die derzeit im russischen Süduralgebiet Tscheljabinsk toben, haben am Freitag zwei Wohnsiedlungen schwer betroffen. In den Ortschaften Dschabyk und Sapasnoje fingen Dutzende Häuser Feuer. Nach jüngsten Angaben vernichteten die Flammen 72 Wohnbauten und Gartenhäuschen. 179 Einwohner, unter ihnen 128 Kinder, wurden in Notunterkünften beherbergt. 18 Menschen waren dabei auf ärztliche Hilfe angewiesen. Am Samstag wurde ein älterer Mann in Dschabyk tot aufgefunden.

Der Vizechef des russischen Katastrophenschutzministeriums Ilja Denissow teilte mit, dass Feuerwehren, Förster und Freiwillige in sieben Siedlungen über 1.800 Häuser vor Flammen gerettet hätten. Die Situation sei schwer. Der Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde Juri Burenko erklärte, dass das Feuer bislang 14.000 Hektar Wald vernichtet habe. Die Fläche, auf der es aktiv brenne, belaufe sich momentan auf 20 Hektar. Die Behörden sprachen in Bezug auf einige Gebiete von einem "Feuersturm" mit Temperaturen von über 700 Grad Celsius, der sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Metern pro Minute verbreitet hatte.

Am Samstag waren an den Löscheinsätzen mehr als 630 Menschen beteiligt. Im Einsatz waren auch Flugzeuge des Typs "Iljuschin Il-76" und "Berijew Be-200" sowie Mi-8-Hubschrauber. In russischen Medien machte inzwischen ein Video die Runde, das die Rettung eines Hirschbabys am Donnerstag aus einem Waldbrand im Gebiet Tscheljabinsk zeigt. Internet-Nutzer tauften das Tier prompt und vorhersagbar auf den Namen Bambi.

Am Samstag telefonierte Russlands Präsident Wladimir Putin mit Gouverneur Alexei Texler über die Situation in der Region. Der Staatschef beauftragte die örtlichen Behörden, einen Plan zur Entschädigung der betroffenen Einwohner zu erarbeiten.

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