FPÖ-Chef Herbert Kickl hat beim Neujahrstreffen seiner Partei in Klagenfurt den Auftakt zum Wahlkampf gegeben. Er erklärte vor mehreren tausend Anhängern, dass 2026 das Jahr der Freiheitlichen werden werde und forderte Neuwahlen, um der Bundesregierung, die seiner Ansicht nach niemand gewählt hat, ein Ende zu setzen.
Zu Beginn seiner Rede wurde Kickl mit Sprechchören auf die Bühne gerufen und betonte die Nähe der Partei zur Bevölkerung. Er stellte die Volkskanzlerschaft als Leitmotiv seiner Politik in Aussicht und machte deutlich, dass die FPÖ ihre Ziele trotz Widerständen durchziehen werde.
Kickl erinnerte an das 70-jährige Bestehen der FPÖ und an den 40. Jahrestag der Übernahme der Partei durch Jörg Haider. Er würdigte Haider als prägende Figur der österreichischen Politik und nannte ihn Schutzpatron der Österreicher. Dabei schlug er unter anderem vor, den Koralmtunnel nach Haider zu benennen.
Im weiteren Verlauf kritisierte Kickl die aktuelle Bundesregierung als Verliererampel, deren Politik der Bevölkerung Geld und Zukunft entziehe. Neuwahlen seien daher unverzichtbar. Gerüchte über einen Wechsel in die Kärntner Landespolitik wies er zurück, kündigte aber an, die freiheitlichen Kandidaten bei den bevorstehenden Landes- und Gemeinderatswahlen zu unterstützen. Auf Bundesebene strebe er eine Politik der Sicherheit, Chancen und Geborgenheit an.
Zur Außenpolitik äußerte Kickl, dass Österreich sich nicht in internationale Konflikte hineinziehen lassen dürfe. Eine freiheitliche Friedenspolitik bedeute für ihn Neutralität, und Österreich dürfe nicht Beitragstäter zu einer Eskalation werden.
Er kritisierte die Bundesregierung außerdem als Wapplertruppe und bezeichnete die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel als unzureichend. Die Präsentation der Steuerpläne ist nach seiner Ansicht lediglich eine Panikreaktion gewesen.
Abschließend machte Kickl deutlich, dass die FPÖ keine Kompromisse in Fragen der Neutralität und Migration eingehen werde. Er forderte Zuwanderungsstopp und Remigration und schloss seine Rede nach rund 70 Minuten, die mit Standing Ovations und dem neuen FPÖ-Lied "Immer vorwärts FPÖ" endete.
Begleitet wurde die Veranstaltung von der Eröffnung des parteieigenen Online-Radiosenders Austria First, der rund um die Uhr Nachrichten und live moderierte Sendungen ausstrahlen soll.
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