Ex-Goldman-Sachs-CEO Blankfein zeigt sich besorgt: "Sanders wird US-Wirtschaft ruinieren"

Laut dem ehemaligen Goldman-Sachs-Chef Blankfein wäre die Katastrophe vorprogrammiert, sollte Sanders als Präsidentschaftskandidat ins Rennen gehen. Als Präsident würde Sanders die US-Wirtschaft und das Militär "ruinieren". Als Russe würde Blankfein daher auf Sanders setzen.

Dunkle Gewitterwolken zeichnen sich am Firmament über der Wallstreet ab. Bernie Sanders lautete der Sieger der jüngsten US-Vorwahlen in New Hampshire am vergangenen Dienstag. Langsam scheint sich Unruhe bei den oberen Zehntausend vor dem Mann breit zu machen, der sich selbst als demokratischer Sozialist bezeichnet. Sanders fordert unter anderem eine Vermögenssteuer für die reichsten US-Amerikaner, eine allgemeine Gesundheitsversorgung, und er kritisierte die Großkonzerne dafür, gigantische Gewinne einzufahren, aber zu wenige Steuern zu entrichten.

Wer könnte da die entsprechende Empörung und die Ängste der Wirtschafts- und Finanzeliten besser repräsentieren als der ehemalige Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein? Nach Sanders Sieg in New Hampshire konnte Blankfein nicht mehr an sich halten und machte seinen Gefühlen Luft.

Laut dem Investmentbanker würde eine mögliche Wahl von Sanders zum US-Präsidenten den Untergang der USA einläuten. Eine Möglichkeit, die sich "die Russen" selbstverständlich nicht entgehen lassen können.

Wenn die Dems [die US-Demokraten] Sanders nominieren, müssen die Russen überdenken, für wen sie arbeiten wollen, um die USA am besten zu verwirren. Sanders ist genauso polarisierend wie Trump, UND er wird unsere Wirtschaft ruinieren und interessiert sich nicht für unser Militär. Wenn ich Russe wäre, würde ich diesmal auf Sanders setzen.

Die besorgten Einlassungen des Milliardärs, der 2007 die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützte, blieb nicht unbemerkt. Während sie bei der Wallstreet auf Wohlgefallen stoßen, mochten tausende Twitter-Nutzer und Sanders-Unterstützer seiner Einschätzung nicht folgen.

So sieht und hört sich Panik der Wall Street-Elite an", antwortete Faiz Shakir, Sanders' Wahlkampfmanager, in einem Tweet am Mittwoch.

Auch die Organisation "People for Bernie", die sich selbst als "Graswurzel-Kollektiv" bezeichnet, wollte die Aussagen Blankfeins' nicht unkommentiert lassen. In ihren Reihen wunderte man sich vor allem darüber, was der ehemalige CEO und Vorstandsvorsitzende bei Goldman Sachs wohl meine, wenn er von "unsere Wirtschaft" spreche.

Wenn Sie 'unsere Wirtschaft' sagen, wessen Wirtschaft wäre das, Lloyd?", fragt man sich nicht ohne Häme.

Andere wiesen auf die Rettung des Finanzkonzerns während der sogenannten Finanzkrise hin. Lloyd Blankfein habe sich für seine Rolle während der globalen Finanzkrise entschuldigt, um jetzt davor zu warnen, dass Sanders als US-Präsident die Wirtschaft ruinieren würde. Im Jahr 2009 war Blankfein gar der Ansicht "Gottes Arbeit" zu verrichten, bevor er die Äußerung später zurücknahm. 2018 verließ der Topbanker seinen Spitzenposten bei Goldman Sachs.

Zu den wichtigsten Plänen der Sanders-Kampagne zählen die Erhöhung der Steuern für Reiche und eine Vermögenssteuer für die Superreichen. Die Gelder sollen der Finanzierung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und flächendeckenden Kinderbetreuung zu Gute kommen. Zudem hofft Sanders nach eigener Aussage, dass es eines Tages keine Milliardäre mehr geben möge.

Auch Sanders selbst ließ es sich nicht nehmen, auf Blankfein zu reagieren.

Mal sehen, ein milliardenschwerer Manager an der Wall Street mag mich nicht. Hmm, ich bin schockiert darüber (…). Ich bin wirklich schockiert", gab der Präsidentschaftsbewerber spöttisch zum Besten.