Wie sich herausstellte, sind Alfred Chestnut, Ransom Watkins und Andrew Stewart vor 36 Jahren wegen eines Justizirrtums zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Männer sind jetzt um die 50 Jahre alt und bereiten sich auf ein Leben als Erwachsene außerhalb des Gefängnisses vor. Zwei von ihnen haben noch nie ein Auto gefahren.
Baltimores Staatsanwältin Marilyn Mosby entschuldigte sich für ihre Behörde. Sie bezeichnete den Fall als Tragödie, da die Männer über drei Jahrzehnte lang hinter Gittern verbracht haben:
Ich denke nicht, dass wir heute einen Sieg feiern. Es ist eine Tragödie. Und wir müssen uns unserer Verantwortung dafür stellen.
Im Jahr 1983 war in einer Schule in Baltimore ein 14-jähriger Schüler in den Hals geschossen worden. Außerdem wurde seine Jacke gestohlen. Watkins, Chestnut und Stewart, die damals 16 und 17 Jahre alt waren, gerieten ins Visier der Ermittler, da sie vor der Tat am Tatort gesehen wurden und einer der drei Teenager eine identische Jacke wie das Opfer besaß. Vier Zeugen gaben zunächst an, einen anderen Schützen gesehen zu haben.
Im Laufe des Prozesses wurden sie aber von Polizisten genötigt, die 16- und 17-Jährigen zu beschuldigen, wie die Staatsanwaltschaft nun aufdeckte. Die drei Jugendlichen wurden daraufhin zu lebenslanger Haft verurteilt. Laut Medienberichten wurde der Fall im vergangenen Frühjahr auf Chestnuts Initiative neu untersucht.
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