Pentagon: Es gab keine Anzeichen, dass Iran die USA angreifen wollte

Vor den Angriffen auf Iran erklärte Trump, die USA wollten damit geplanten Präventivschlägen Irans zuvor kommen. Am Sonntag haben Mitarbeiter der US-Regierung gegenüber Kongressmitarbeitern zugegeben, dass Iran keinen Erstschlag gegen die USA geplant hat.

Am Sonntag trafen sich Beamte der US-Regierung mit Kongressmitarbeitern zu einer Besprechung hinter verschlossenen Türen. Laut einer Reuters-Meldung vom Sonntag haben zwei nicht namentlich genannte Personen anschließend über das Treffen berichtet. Nach Aussage der beiden Informanten sollen Mitarbeiter der US-Regierung gegenüber den Kongressmitarbeitern zugegeben haben, dass Iran keinen Erstschlag gegen die USA geplant habe. Reuters schrieb dazu:

"Es habe keine Geheimdienstinformationen gegeben, wonach Iran einen Erstschlag gegen US-Streitkräfte plane, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen."

Bei den am Samstag gemeinsam von Israel und den USA gestarteten Angriffen auf Iran, wurden laut offiziellen Angaben bis Sonntag der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet, iranische Kriegsschiffe versenkt und bislang mehr als 1.000 Ziele getroffen.

Die am Sonntag gemachten Äußerungen der Regierungsvertreter vor dem Kongress würden eines der Hauptargumente für den Krieg untergraben, welches vor den Angriffen von hochrangigen Regierungsbeamten veröffentlicht wurde. Einen Tag vor den Angriffen hatten diese hochrangigen Mitarbeiter der US-Regierung gegenüber Reportern erklärt, "dass Präsident Donald Trump sich unter anderem aufgrund von Anzeichen dafür, dass die Iraner 'möglicherweise präventiv' gegen US-Streitkräfte im Nahen Osten vorgehen könnten, zu den Angriffen entschlossen habe." Einer der Beamten habe gesagt, Trump werde nicht "tatenlos zusehen und zulassen, dass die amerikanischen Streitkräfte in der Region Angriffe einstecken müssen".

Am Sonntag informierten Beamte des Pentagon demokratische und republikanische Mitarbeiter mehrerer nationaler Sicherheitskomitees im Senat und im Repräsentantenhaus in mehr als 90 Minuten dauernden Briefings. Zwar würden die ballistischen Raketen und Stellvertreterkräfte Irans in der Region eine unmittelbare Bedrohung für die Interessen der USA darstellen, betonten die US-Beamten, es habe aber keine Hinweise darauf gegeben, dass Teheran zuerst US-Streitkräfte angreifen würde. Dies berichteten die beiden Quellen, die anonym bleiben wollten, gegenüber Reuters.

Zuvor hatte Trump erklärt, der Angriff auf Iran würde voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Damit wollten die USA sicherstellen, dass Iran keine Atomwaffen besitzen könne, dass das iranische Raketenprogramm eingedämmt und Bedrohungen für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten beseitigt würden. Zugleich forderte der US-Präsident die Iraner auf, sich zu erheben und die Regierung zu stürzen.

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