Zwei Männer wegen tödlichen Angriffs auf Polizisten bei Sturm auf US-Kapitol festgenommen

Mehr als zwei Monate nach der Erstürmung des US-Kapitols in Washington sind zwei Männer wegen des Angriffs auf Polizisten vor dem Parlamentsgebäude festgenommen worden. Einer der Angegriffenen, Brian Sicknick, starb später. Die Todesursache ist jedoch bislang unklar.

Die Beschuldigten sollen drei Polizisten bei den Krawallen am 6. Januar mit einer chemischen Substanz ins Gesicht gesprüht und verletzt haben, wie das Justizministerium am Montag mitteilte. Einer der angegriffenen Beamten starb später. Aus der Mitteilung ging nicht hervor, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen seinem Tod und dem Angriff der 32 und 39 Jahre alten Männer gab.

Den beiden Beschuldigten aus den Bundesstaaten Pennsylvania und West Virginia wird unter anderem vorgeworfen, Bundesbeamte mit einer gefährlichen Waffe angegriffen zu haben. Sie müssen sich nun vor einem Bundesgericht in der Hauptstadt Washington verantworten.

Sicknicks Tod wurde nicht als Mord eingestuft. Doch in den Stunden nach dem Aufruhr behaupteten mehrere Medien, dass der Offizier von einem Randalierer mit einem Feuerlöscher geschlagen worden sei.

Es wurden keine Ergebnisse der Autopsie oder einer toxikologischen Untersuchung veröffentlicht, aber die Behauptung, dass die Trump-Anhänger Sicknicks Tod verursacht hatten, wurde in einem Anklageartikel gegen den damaligen US-Präsidenten Donald Trump wiederholt, in dem dem ehemaligen Präsidenten die Anstiftung zu einer "Aufruhr" vorgeworfen wurde.

Die Polizei des US-Kapitols hatte zuvor bekannt gegeben, dass Sicknick verletzt wurde, "während er im körperlichen Kontakt mit Demonstranten war". Der Polizeichef sagte zudem, sein Tod sei das Ergebnis von "Verletzungen während des Dienstes" gewesen.

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar das Kapitol gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trump-Nachfolger Joe Biden offiziell zu machen. Bei den Krawallen kamen insgesamt fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich später einem Amtsenthebungsverfahren wegen "Anstiftung zum Aufruhr" stellen. Die für eine Verurteilung notwendige Zweidrittelmehrheit im Senat kam aber nicht zustande.

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(rt/dpa)