Dealer-Flächen im Berliner Drogen-Park: Verantwortlicher greift zu skurriler Maßnahme

Der Manager des Berliner Görlitzer Parkes, bundesweit bekannt als Umschlagsplatz für Drogen, hat auf einem Gehweg Flächen für Dealer gekennzeichnet. Damit sollen die überwiegend afrikanischen Drogenhändler davon abgehalten werden, Parkbesucher zu drangsalieren.

von Hasan Posdnjakow

Die Berliner und ihre Presse sind wieder einmal empört: So titelt etwa die B.Z. "Berlin hat kapituliert". Es geht um Stehplätze, die der Manager des Görlitzer Parkes mit rosa Farbe auf die Gehwege gezeichnet hat. Dadurch sollen die Drogendealer dazu bewogen werden, Bürger nicht zu drangsalieren, die im Park tatsächlich an der frischeren Luft spazieren und nicht etwa eine Tüte Gras kaufen wollen.

Ob das Konzept erfolgreich sein wird, ist äußerst zweifelhaft. Zumindest am Donnerstag hielten sich die Dealer nicht unnötig lange in unmittelbarer Nähe "ihrer" Flächen auf. Sie fühlten sich wohl durch das große Medienaufgebot – es waren mehrere Kamerateams anwesend – etwas verunsichert. 

Ebenso aufgeschreckt wie die vorwiegend aus Afrika stammenden Drogenhändler war auch die bürgerliche Opposition in der Hauptstadt. "Einladung zum Rechtsbruch" lautete der Vorwurf seitens der CDU. "Farce", konterte die FDP.

Doch war die "Maßnahme" des Parkmanagers tatsächlich ernst gemeint? Vieles spricht dafür, dass es vielmehr (s)ein Hilferuf ist; eine verzweifelte Maßnahme, um endlich die nötige Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit auf dieses Dauerproblem – mitten in der bundesdeutschen Hauptstadt – zu lenken. Denn dass sich der Drogenhandel längerfristig mit Sprühfarbe oder Schildern am Parkeingang eindämmen lässt, was sehr zivilisiert darauf hinweisen soll, dass allgemeiner Drogenhandel schlichtweg verboten ist, daran glaubt wohl keiner.

Bis die Politik das Problem wirklich in den Griff bekommt – oder wenigstens in Angriff nimmt –, wird der Görlitzer Park wohl das bleiben, wozu er in den letzten Jahren verkommen war: Ein trister, ungepflegter Fleck "Wilder Westen", eingehüllt in dichten Cannabis-Wolken hier und da, wo sich Hipster, Touristen und Lifestyle-Linke mit den nötigen Softdrogen versorgen. Und wo somit ein inoffizieller Wirtschaftszweig am Leben erhalten bleibt, auf dem sich überwiegend Migranten betätigen, die sonst keine anderen Beschäftigungs- und Erwerbsmöglichkeiten haben.

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