Von Pjotr Akopow
Was nun? Es sind bereits fünf Tage vergangen, seitdem US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den iranischen Obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, in den ersten Minuten ihres Angriffs auf Iran getötet haben. Die Islamische Republik hat jedoch nicht kapituliert, ist nicht in einen komatösen Zustand verfallen und wurde nicht entwaffnet – sie leistet Widerstand und führt Vergeltungsschläge durch. Zweifellos verfügt der amerikanisch-israelische Aggressor über eine große militärische Überlegenheit – seine militärischen Fähigkeiten sind mit denen Irans nicht zu vergleichen, sodass die Schäden, die den iranischen Streitkräften zugefügt werden – ebenso wie die Verluste unter der Zivilbevölkerung – von Tag zu Tag zunehmen werden. Das Problem für Trump besteht jedoch darin, dass bereits die ersten fünf Tage dieses Krieges zeigen, dass seine Ziele unerreichbar sind. Zunächst stellte sich heraus, dass sie innerhalb kurzer Zeit, also im Rahmen eines Blitzkrieges, nicht zu erreichen sind. Nun aber steht fest, dass selbst die für diesen Krieg vorgesehenen vier Wochen im Grunde nichts ändern werden: Iran wird nicht kapitulieren.
Genau das ist jedoch das Hauptziel dieses Krieges – es geht weder um die offiziell erklärte Zerstörung des Atom- und Raketenprogramms noch um die offen deklarierte Hoffnung auf einen Volksaufstand und den Untergang der Islamischen Republik. Im Gegensatz zu Netanjahu geht es Trump gerade um die Kapitulation. Das heißt, es soll eine neue Regierung an die Macht kommen, die ihre Niederlage anerkennt und die Vorherrschaft und Protektoratsstellung der USA akzeptiert. Ein unerreichbares Ziel? Sicher, aber Trump sieht das anders. Zunächst hatte er sich für eine Militäroperation in Form von Raketen- und Bombenangriffen entschieden, aber jetzt steht er vor der Wahl: entweder die Militäraktion ohne Sieg zu beenden oder zu einer Eskalation überzugehen, in der Hoffnung, dass es danach doch noch gelingen wird, die Kapitulation Irans zu erzwingen. Doch über welche Eskalationsoptionen verfügt Trump?
Das Szenario eines Einsatzes von Atomwaffen ziehen wir dabei nicht in Betracht – auch wenn dies nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, kommt es derzeit nicht in Frage. Ebenso wenig halten wir eine Bodenoffensive der US-Armee für realistisch – Trump hat kein Interesse daran, denn sie ist gefährlich und für ihn unnötig, ganz zu schweigen davon, dass ihre Vorbereitung viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Was bleibt also noch übrig? Eine Vergrößerung der Koalition, die den Iran angreift?
Theoretisch wäre dies unter Einbeziehung der Europäer und Araber möglich. Aber Erstere werden sich nicht auf "Trumps Krieg" einlassen, und Letztere werden sich – trotz aller Versuche der israelischen Geheimdienste, sie mit "iranischen Terroranschlägen" zu provozieren – bis ganz zuletzt zurückhalten. Ein Krieg mit Iran wäre für die arabischen Golfmonarchien eine Katastrophe – nicht weil sie durch die Kampfhandlungen ernsthafte Schäden erleiden würden, sondern weil sie die Hoffnung auf Wohlstand in den nächsten Jahrzehnten verlieren würden: Die Iraner würden ihre direkte Unterstützung Israels und der USA nicht vergessen und ihnen das nicht verzeihen. Und nicht nur die Iraner – auch für die islamische Umma, einschließlich der Bevölkerung dieser Monarchien selbst, wäre die Beteiligung der Golfstaaten an einem Krieg gegen den islamischen (wenn auch schiitischen) Iran auf der Seite Israels und der USA eine ewige Schande.
Bleibt noch das mit Atomwaffen ausgerüstete islamische Pakistan – der östliche Nachbar Irans. Obwohl es selbst erst vor wenigen Tagen Afghanistan inoffiziell den Krieg erklärt hat – einen Krieg, der zwar derzeit auf Eis liegt und insgesamt eher schleppend verläuft und keine Aussichten auf Erfolg hat –, vergisst es doch nicht seine Bündnisverpflichtungen gegenüber Saudi-Arabien. Diesbezüglich wurde sogar Iran gewarnt, aber Teheran hat nicht vor, die Saudis anzugreifen – es attackiert lediglich Objekte der USA in diesem Land, wobei es sich bislang eher um symbolische Angriffe handelte. Zudem will Pakistan nicht riskieren, den Iran anzugreifen: Erstens hat es grundsätzlich kein Interesse daran; zweitens ist Islamabad sehr stark mit Peking verbunden; und drittens leben in Iran, wie auch in Pakistan, Belutschen, von denen ein Teil stark separatistisch eingestellt ist, sodass eine pakistanische Invasion in Iran nicht nur in Iran, sondern auch in Pakistan selbst Separatismus provozieren könnte.
Mehr noch: Auch Israel setzt auf den Separatismus unter den Belutschen. So forderte Netanjahu sie bereits öffentlich dazu auf, gegen Teheran zu rebellieren. Als wichtigste "fünfte Kolonne" in Iran betrachten die Israelis jedoch die Kurden – und genau diese schlagen sie Washington als "Begräbnismannschaft" für Iran vor. Trump führte bereits Gespräche mit der Führung des irakischen Kurdistans, da von dort aus eine Bodenoffensive gegen Iran möglich wäre.
Ja, das ist im Grunde genommen die einzige Option, die Trump hat, um den Krieg zu eskalieren: die "Kurdenkarte" ausspielen. Dieses leidgeprüfte Volk, das zwischen vier Ländern der Region aufgeteilt ist, soll wieder einmal als Kanonenfutter herhalten, indem man es mit dem Versprechen eines eigenen Staates lockt. Für die Kurden ist dies seit dem Zerfall des Osmanischen Reiches unerreichbar geblieben – und seit nunmehr hundert Jahren träumen sie davon. Dabei sind die Kurden selbst in Stämme aufgeteilt. In der Vergangenheit kämpften sie gegen die Türken, die syrischen Araber, die Iraner und die Iraker. Nur im Irak genießen sie Autonomie, die ihnen nach dessen Zusammenbruch von den USA gewährt wurde. In Syrien wurden sie von den US-Amerikanern für ihre Zwecke eingesetzt, doch nun werden sie nach und nach durch die Türken und die neue syrische Regierung "weggespült", während die Türkei selbst kurz vor einer Aussöhnung mit dem Anführer der kurdischen Separatisten, Abdullah Öcalan, steht – und genau in diesem Moment taucht die Idee auf, die Kurden für eine Intervention in Iran einzusetzen. Allen, einschließlich einer beträchtlichen Anzahl von Kurden, ist klar, dass dies ein absolutes Wagnis ist. Aber es könnte dennoch versucht werden, wenn Trump zu dem Schluss kommt, dass dies seine letzte Chance ist, um einen Sieg über Iran zu erringen.
Alle Folgen einer Aktivierung des kurdischen Faktors im Krieg mit Iran vorherzusagen, ist schlichtweg unmöglich – zu unterschiedlich können sie sein. Eine Gemeinsamkeit besteht jedoch darin, dass letztendlich alle darunter leiden werden: die Kurden, die Iraner, die Türken, die Syrer und die Iraker. Die Mobilisierung der Kurden gegen Iran würde die Türkei und den Irak dazu veranlassen, gegen die Kurden vorzugehen – was de facto einer Verteidigung Irans gleichkäme. Es wäre ein neuer Krieg in Syrien zu erwarten. Letztendlich würde die gesamte Region in Flammen stehen. Ein solches Szenario ist für niemanden von Vorteil – außer für Israel, das schon immer davon träumte, seine Nachbarn und Gegner mithilfe des kurdischen Faktors zu zerstören. Doch zu glauben, dass Trump auch in der Kurdenfrage nach Netanjahus Plan vorgehen würde, ist kaum möglich – ein Angriff auf Iran war für die USA zwar nicht erstrebenswert, aber schon seit langem (seit Mitte der 2000er Jahre) eine in Betracht gezogene Option. Der Ausbruch eines "kurdischen Dominoeffekts" (was den Zusammenbruch gleich mehrerer Länder in der Region zur Folge hätte) entspricht hingegen definitiv nicht den strategischen Interessen der USA. Ganz zu schweigen davon, dass sich nur eine Minderheit der iranischen Kurden den Interventionstruppen anschließen würde. Zudem würde Iran den kurdischen Bodenangriff zurückschlagen können – trotz der gesamten Luftunterstützung durch die USA.
Somit ist Trumps einzige Hoffnung auf einen Sieg über Iran nichts weiter als eine Illusion. Oder sie ist schlichtweg falsch, ebenso wie der Versuch, die Macht in der Islamischen Republik durch die Ermordung Chameneis zu zerstören. Hoffentlich wird man in Washington nicht versuchen, sich davon in der praktischen Umsetzung zu überzeugen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 5. März 2026 zuerst bei "RIA Nowosti" erschienen.
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