Syrien: Nach Ankündigung zum Truppenrückzug – US-Militär zieht sich zurück, türkisches kommt

Nachdem das Weiße Haus am Sonntag erklärt hat, dass es Truppen aus dem syrischen Grenzgebiet zur Türkei abziehen würde, ist gestern ein US-Militärkonvoi gefilmt worden, der sich über eine Autobahn im Nordosten Syriens bewegt. Währenddessen zieht die Türkei entlang der Grenzregion Truppen- und Militärkontingente zusammen. Laut türkischem Verteidigungsministerium ist die Militäroperation gegen kurdische Milizen in dem Gebiet startbereit.

In der US-Erklärung hieß es: "Die Vereinigten Staaten werden die Operation nicht unterstützen oder daran beteiligt sein, und die Streitkräfte der Vereinigten Staaten, die [den IS] besiegt haben, werden nicht mehr in der unmittelbaren Umgebung sein."

Die Türkei hatte mehrfach eine solche Offensive angedroht, da es bislang nicht gelungen war, eine Sicherheitszone im Norden Syriens zu schaffen. Das Land sieht die kurdischen Milizen, die mit den USA zusammenarbeiten, vor seinen Grenzen als Terror-Organisationen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bestätigte  gestern, dass der offizielle Rückzug der US-Truppen begonnen habe.

US-Präsident Donald Trump drohte der Türkei unverhohlen mit "wirtschaftlicher Auslöschung", sollte sie etwas unternehmen, das er in seiner "großen und unvergleichlichen Weisheit für tabu halte." Nach den drastischen Worten ist die türkische Lira auf ihren tiefsten Stand seit über einem Monat abgerutscht.

Die Türkei zieht seit Tagen in der Grenzregion Militär zusammen. Diese Aufnahmen, die gestern nahe der Stadt Şanlıurfa an der syrischen Grenze entstanden sind, zeigen eine Reihe von Haubitzen auf einem Feld, während Bagger das Gelände vorbereiten. 

Berichten zufolge sollen noch gestern Abend türkische Luftangriffe auf den Grenzübergang Semalka zwischen Syrien und dem Irak ausgeführt worden sein, wodurch angeblich zwei Brücken und ein Waffenlager in al-Hasaka zerstört wurden. 

Diese Videoaufnahmen sollen einen solchen Angriff zeigen: