Sturzflut an Nepal-Tibet-Grenze: Dutzende Tote und Hunderte Vermisste

Eine verheerende Sturzflut mit gewaltigen Schlammlawinen hat am Mittwoch die Grenzregion zwischen Südwest-Tibet und Nepal schwer verwüstet. Gewaltige Schlamm- und Geröllmassen wälzten sich das Tal des Bhotekoshi-Flusses hinab. Ausgelöst wurde die plötzliche Flutwelle mutmaßlich durch den Abbruch einer Eis- und Felslawine in Tibet.

Besonders schwer betroffen ist der wichtige chinesisch-nepalesische Grenzübergang Gyirong Port. Dramatische Bilder in den sozialen Medien zeigen das Ausmaß der Zerstörung und wie die Menschen verzweifelt versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. In den nepalesischen Distrikten Rasuwa und Nuwakot wurden ganze Siedlungen, Straßen und wichtige Infrastruktur zerstört; unter anderem rissen die Wassermassen die strategisch bedeutende Freundschaftsbrücke fort.

Nach vorläufigen Angaben der Behörden kamen mindestens 22 Menschen ums Leben. Der Verbleib von rund 384 Reisenden und Bergsteigern ist völlig unklar, darunter 291 ausländische Staatsbürger. Allein aus Indien werden mehr als 100 Touristen vermisst. Rettungskräfte, Polizei und Militär befinden sich auf beiden Seiten der Grenze im Großeinsatz, um nach Überlebenden zu suchen.

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