Merz erklärte in seiner Rede, dass die regelbasierte internationale Ordnung im Begriff sei, zerstört zu werden, und ging sogar noch weiter: "Diese Ordnung, so unvollkommen sie selbst zu ihren besten Zeiten war, sie gibt es so nicht mehr."
Während er Russlands Vorgehen als "gewalttätigen Revisionismus" brandmarkte, stellte er China als die zentrale Herausforderung für die bestehende Weltordnung dar. Merz führte aus, dass Peking seinen globalen Gestaltungsanspruch mit strategischer Geduld vorbereitet habe, um den USA militärisch bald auf Augenhöhe zu begegnen. Den Führungsanspruch der Vereinigten Staaten bezeichnete er als "angefochten, vielleicht schon verspielt". In dieser Lagebeschreibung charakterisierte er die Weltpolitik als eine Rückkehr zur Großmachtpolitik und forderte für Europa das Ende des "langen Urlaubs von der Weltgeschichte" – eine Botschaft, die er vor den Augen der chinesischen und US-amerikanischen Regierungsvertreter vortrug.
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