Vorwürfe aus Washington: Schwedische Bank soll US-Sanktionen gegen Russland missachtet haben

Swedbank wird von US-Behörden vorgeworfen, Überweisungen von Teilhabern am russischen Waffenhersteller Kalaschnikow in die USA getätigt zu haben. Der Bank könnte eine hohe Geldsumme drohen, sollten die Behörden einen Verstoß gegen Sanktionsauflagen feststellen.

Die Vereinigten Staaten begründen ihre Sanktionen gegen Russland mit der Ukraine-Krise. Auf der Sanktionsliste steht auch der russische Waffenhersteller Kalaschnikow. Im Fokus der Ermittlungen von US-Behörden steht nun die größte schwedische Bank Swedbank. Untersucht werden ingesamt vier Transaktionen mit einer Gesamtsumme von rund zehn Millionen Kronen (rund eine Million Euro), getätigt von der Swedbank über Unternehmen auf den Britischen Jungferninseln.

Das Geld wurde von Großaktionären des Waffenherstellers Kalaschnikow an das US-Tochterunternehmen "Kalashnikov USA" überwiesen. Die größte Überweisung hierbei wurde im Jahr 2017 getätigt, so berichtet der schwedische Nachrichtensender SVT

Kalashnikov USA war es von US-Behörden genehmigt, trotz Sanktionen gegen Russland die Geschäftstätigkeit unter der Prämisse fortzuführen, dass es keine finanziellen Verbindungen zwischen dem US-Unternehmen und dem russischen Unternehmen gebe. 

Swedbank-Chef Jens Henriksson wollte sich nicht über die Kunden der Bank äußern. Bisher hätten die eigenen Ermittlungen keine Verstöße gegen US-Sanktionen ergeben. Die internen Ermittlungen würden Anfang 2020 abgeschlossen. Sieht Washington den Verstoß als gegeben an, könnte neben einer Rüge aus den USA eine hohe Geldbuße folgen. Gegen Swedbank laufen auch Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche über die estnische Filiale. Am Mittwoch gab die Swedbank-Aktie fast vier Prozentpunkte nach.