Die Europäische Union hat ihre Einkäufe von Strickwaren aus Russland im Juli dieses Jahres deutlich ausgeweitet. Dies geht aus Daten von Eurostat hervor, die von RIA Nowosti ausgewertet wurden.
Im Laufe des Monats importierten die EU-Staaten Pullover, Strickjacken, Westen und andere Strickwaren aus Russland im Wert von 1,18 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Juni beliefen sich die Lieferungen lediglich auf 1.300 Euro. Im Juli des vergangenen Jahres waren es 14.300 Euro.
Damit erreichten die russischen Strickwarenlieferungen im Juli den höchsten Stand seit Oktober 2001, als die EU Strickwaren aus Russland im Wert von 1,3 Millionen Euro kaufte. Zu diesem Zeitpunkt gehörten der Europäischen Union allerdings erst 14 Staaten an. Heute umfasst die EU 27 Mitgliedstaaten.
Den größten Teil der Juli-Importe machten Kaschmirwaren aus. Ihr Wert belief sich auf 1,16 Millionen Euro. Weitere 22.000 Euro entfielen auf Waren aus Wolle. Größter Abnehmer russischer Strickwaren war dabei Italien.
Trotz des deutlichen Anstiegs lag Russland beim Gesamtvolumen der Strickwarenlieferungen in die EU weiterhin in der vierten Zehnergruppe der Lieferländer. Die Rangliste wurde von China mit 506,9 Millionen Euro angeführt. Es folgten Bangladesch mit 361,8 Millionen Euro, die Türkei mit 115,4 Millionen Euro, Kambodscha mit 91,7 Millionen Euro und Vietnam mit 55,6 Millionen Euro.
Bei den Lieferungen von Kaschmirpullovern, -strickjacken und -westen schnitt Russland hingegen deutlich besser ab und belegte den fünften Platz. Der starke Anstieg der russischen Strickwarenimporte fällt in eine Zeit, in der die Europäische Union ihre Handelsbeziehungen mit Russland stark eingeschränkt hat. Gleichzeitig zeigen die Eurostat-Daten, dass bestimmte Waren weiterhin aus Russland in die EU gelangen.
Mehr zum Thema – Vor Inkrafttreten des Verbots: Europäer kaufen gesamtes verfügbares russisches Flüssigerdgas auf