Russland–DVRK: Erste Straßenbrücke zwischen beiden Ländern eröffnet

Die strategische Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang erhält jetzt eine sichtbare, physische Verbindung: Erstmals können Fahrzeuge die Grenze zwischen Russland und der DVRK über eine eigens gebaute Straßenbrücke überqueren, statt wie bisher nur per Bahn oder Flugzeug.

Russland und die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) haben am Montag die erste Straßenbrücke zwischen beiden Ländern für den Verkehr freigegeben. Sie führt über den Grenzfluss Tumen und verbindet die Siedlung Chassan im russischen Fernostgebiet Primorje mit der nordkoreanischen Tumangang.

Der eigentliche Brückenkörper ist rund einen Kilometer lang, wobei auf die russische Seite 424 Meter und auf die Seite der DVRK 581 Meter entfallen. Die Gesamtlänge des Grenzübergangs samt Zufahrtsstraßen beträgt rund 4,7 Kilometer. Die Fahrbahn ist sieben Meter breit und bietet Platz für zwei Fahrspuren, sodass ganzjähriger Autoverkehr möglich sein soll. Die Brücke ist nach Jakow Nowitschenko benannt, einem Offizier der Roten Armee und Held der Arbeit der DVRK, der sich 1946 auf eine Handgranate warf, die gegen den damaligen nordkoreanischen Machthaber Kim Il-sung gerichtet war.

Parallel zur Brücke wurde der neue Grenzübergang "Chassan" mit zehn Fahrspuren fertiggestellt. Nach Erreichen der vollen Kapazität sollen dort täglich bis zu 300 Fahrzeuge und mehr als 2.300 Menschen die Grenze passieren können, mit Potenzial für weitere Steigerungen.

Die Eröffnungszeremonie fand per Videoschalte statt. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin und sein Amtskollege Pak Thae-song gaben gemeinsam den Start für den Verkehr auf der Brücke.

Der russische Ministerpräsident erklärte, die Beziehungen zwischen Russland und der DVRK befänden sich derzeit auf einem beispiellos hohen Niveau einer umfassenden strategischen Partnerschaft. Beide Staaten würden nahezu in allen Bereichen zusammenarbeiten und ihre Anstrengungen zur Sicherung regionaler Stabilität koordinieren. Er zeigte sich zudem überzeugt, dass der Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technologischen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Russland und der DVRK einen kräftigen Impuls verleihen werde.

Das zugrunde liegende Abkommen war 2024 im Beisein des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des Vorsitzenden der DVRK Kim Jong-un unterzeichnet worden. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2025. In unmittelbarer Nähe verläuft bereits seit den 1950er-Jahren die Eisenbahnbrücke der koreanisch-russischen Freundschaft.

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