Huthi planen Blockade der Meerenge Bab al-Mandab – im Auftrag Irans

Die mit Iran verbündeten Huthis im Jemen sollen eine Blockade der Meerenge Bab al-Mandab vorbereiten. Eine Sperrung der wichtigen Handelsroute könnte die Weltwirtschaft belasten – während zugleich die Straße von Hormus im Iran-Krieg unter Druck steht.

Die Huthis sollen offenbar vorbereiten, die Meerenge Bab al-Mandab im Auftrag Irans zu blockieren. Die jemenitische Gruppe, die als stärkster regionaler Verbündeter Teherans gilt, schafft nach Angaben von Quellen im Jemen die Voraussetzungen dafür und weitet heimlich ihren Einfluss bis zum Horn von Afrika aus.

Die Huthis sollen mit der somalischen Miliz al-Shabaab zusammenarbeiten, um beide Seiten der Wasserstraße zu kontrollieren. Ziel sei es, die Belastung für die Weltwirtschaft zu erhöhen und den Druck auf US-Präsident Donald Trump zu verstärken. Das behauptet The Telegraph am Donnerstag.

"Es gibt zahlreiche Anzeichen für eine Koordination zwischen den Huthis und al-Shabaab", sagte eine Quelle der Zeitung. "Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Straße von Bab al-Mandab vollständig zu kontrollieren und zu blockieren, wenn Iran künftig darüber entscheidet."

Die Tageszeitung Telegraph behauptete weiter: "Die Huthi übertragen Drohnentechnologie im Auftrag Irans an al-Shabaab. Dadurch entwickeln sich die Huthi zu den Anführern der Region."

Der Schritt sei ein gezielter Versuch Irans, die "andere Seite des Roten Meeres" zu kontrollieren und eine ähnliche Situation wie bei der Straße von Hormus zu schaffen, die auf der anderen Seite der Arabischen Halbinsel liegt.

Beide Wasserstraßen sind für die weltweite Energieversorgung von entscheidender Bedeutung. Etwa zehn bis zwölf Prozent des weltweiten jährlichen Seehandels verlaufen durch die Straße von Bab al-Mandab, die zum Suezkanal und von dort weiterführt.

"Dies ist Teil der Strategie Irans und der Huthis, Bab al-Mandab vollständig zu kontrollieren – ähnlich wie die Straße von Hormus."

Derzeit halten sich die Huthis jedoch zurück. Nach Einschätzung von Beobachtern will Iran nicht alle Möglichkeiten gleichzeitig ausschöpfen, sondern seine Verbündeten gezielt einsetzen.

Die Huthis haben zudem von Iran gelernt, wie sie sich gegen Angriffe zur Ausschaltung ihrer Führung wappnen können. Die Gruppe soll für wichtige Positionen mehrere Nachfolger vorbereitet haben und sich auf einen längeren Konflikt einstellen, hieß es weiter im Telegraph.

Ihr Anführer Abdul-Malik al-Huthi hat demnach ein Familienmitglied als Ersatz bestimmt, sollte er getötet werden. Dies ist Teil eines Systems sogenannter "Schattenführer", mit dem die Führung der Bewegung auch im Falle schwerer Verluste aufrechterhalten werden soll.

Eine Blockade der Meerenge Bab al-Mandab würde die Weltwirtschaft erheblich stören. Schiffe müssten dann einen wochenlangen Umweg um die Südspitze Afrikas nehmen, was die Kosten für den globalen Handel deutlich erhöhen würde.

Die beiden wichtigen Wasserstraßen – Bab al-Mandab und die Straße von Hormus – waren bislang noch nie gleichzeitig geschlossen. Die Huthis haben jedoch bereits gezeigt, dass sie in der Lage sind, die Wasserstraße zu blockieren.

Während des Gaza-Krieges griffen sie monatelang Handelsschiffe im Roten Meer an und drängten dadurch einen großen Teil der weltweiten Schifffahrt von dieser Route ab – trotz einer von den USA angeführten internationalen Marinekoalition, die die Angriffe vergeblich stoppen sollte.

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