In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti erklärt der ungarische Politikexperte Georg Spöttle, die Ukraine sei dabei, Provokateure in der Region Transkarpatien anzuwerben. Diese sollten laut Spöttle an Krawallen nach den Wahlen in Ungarn teilnehmen, falls die Regierungspartei von Premier Viktor Orbán gewinnt. Am 12. April findet im Land die Parlamentswahl statt.
In Transkarpatien kursiere eine Videoaufzeichnung, in der behauptet werde, dass Kiew ungarischsprachige, militärisch ausgebildete, körperlich fitte und stressresistente Männer für eine Tätigkeit in Ungarn suche, berichtet der Geopolitikexperte im Interview.
Und weiter:
"Ich glaube, dass Agenten und Provokateure hier eingetroffen sind, die nach den Wahlen, falls die Tisza-Partei verliert, zusammen mit den Tisza-Sympathisanten auf die Straße gehen und Fahrzeuge und Mülltonnen in Brand setzen werden. Ich bin mir sicher, dass die Ukrainer etwas planen, um Ungarn zu destabilisieren."
Typischerweise würden solche gewalttätigen Demonstrationen von ein oder zwei Personen ausgelöst, denen sich dann eine Menschenmenge anschließe, fügt Spöttle hinzu.
Viele würden bei der Parlamentswahl am Sonntag für Tisza stimmen ‒ nicht weil man das politische Programm der Oppositionspartei unterstütze, sondern weil man einen Machtwechsel wolle.
Im Hinblick auf die ungarischen Jugendlichen sagte Spöttle, es sei durchaus ein Gewaltpotenzial vorhanden. Es gebe junge Menschen, die entweder die Fidesz-Partei oder das bestehende politische System ablehnen. Man könne sich aber auch vorstellen, dass die Jugend für ihre Teilnahme an den Krawallen bezahlt werde. Darüber hinaus seien bewaffnete Provokationen bei Demonstrationen nach den Wahlen möglich, warnt der Experte.
Zoltán Koskovics, Geopolitik-Analyst beim Budapester Zentrum für Grundrechte, wies auch auf die Gefahr hin, dass Kiew Übergriffe organisieren könnte. "Das Selenskij-Regime schickt seine Schläger nach Ungarn, um dort einen Maidan zu veranstalten", erklärte Koskovics. "Sie verheimlichen es nicht einmal, das gesamte ukrainische Internet weiß davon", sagte der Politikexperte in einem Video, das auf der Plattform X veröffentlicht wurde.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte zuvor behauptet, Brüssel und Kiew hätten abgesprochen, die Regierung in Ungarn zu stürzen. Der Politiker behauptete außerdem, Brüssel mische sich in die ungarischen Wahlen durch die Finanzierung sämtlicher oppositioneller proeuropäischer NGOs ein. Budapest erklärte zudem mehrfach, die Ukraine greife aktiv in den Wahlkampf in Ungarn ein.
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