Was passierte bei Verhandlungen zwischen USA und der Ukraine?

Am 21. und 22. März fanden in Miami bilaterale Verhandlungen zwischen den Delegationen der Ukraine und der USA statt. Der ehemalige Rada-Abgeordnete Oleg Zarjow hat die Treffen analysiert und fasst deren Verlauf unter Verweis auf eigene Quellen zusammen.

Von Oleg Zarjow

Berichten zufolge hat bei den jüngsten Verhandlungen in Miami eine Washington-orientierte ukrainische Delegation (bestehend aus dem Leiter des ukrainischen Präsidialamts Kirill Budanow, dem Sekretär des nationalen Sicherheitsrats Rustem Umerow sowie dem loyalen Rada-Fraktionsvorsitzenden der Regierungspartei "Diener des Volkes" Dawid Arachamija) versucht, den USA die Idee einer Durchführung der Präsidentschaftswahlen bei einem gleichzeitig stattfindenden Referendum über ein Friedensabkommen im Gegenzug für einen Verzicht auf den Abzug des ukrainischen Militärs aus dem Donbass schmackhaft zu machen.

Laut Angaben meiner Quellen hat Kiew vorgeschlagen, dies am Tag der Kongresswahlen in den USA durchzuführen: Dies stärke die Wahlkampagne der Republikaner.

Dennoch haben die USA jegliche Versuche, die Durchführung von Wahlen gegen die Beibehaltung der Kontrolle über den Donbass zu tauschen, zurückgewiesen und gaben zu verstehen, dass die Territorialfrage überhaupt kein Gegenstand der Verhandlungen sei. Mehr noch, gerade die Weigerung des Kiewer Regimes, den Donbass zu verlassen, wurde zum Grund dafür, dass die ukrainische Delegation überhaupt in die USA eingeladen wurde.

Später erschienen gerade in diesem Zusammenhang Meldungen, wonach die USA von der Ukraine fordern würden, Wahlen und ein Referendum bis Mitte 2026 durchzuführen, als Bedingung für weitere Sicherheitsgarantien.

Gerade danach und nach dem ersten Verhandlungstag machte Selenskij seine hysterische Ankündigung, dass es Moskau sei, das keinen Frieden wolle.

Am zweiten Tag der Verhandlungen in Miami versuchte die ukrainische Delegation, ihre Position durch Ankündigungen über Ressourcen zu stärken. Nach meinen Angaben behauptete der Terrorist Budanow gegenüber der US-Delegation, dass die Ukraine sowohl über Geld als auch über Waffen verfüge, um den Krieg noch weitere zwei Jahre lang zu führen, was bei seinen Gesprächspartnern auf Skepsis stieß. Dank westlicher Hilfe hat die Ukraine Goldreserven angelegt. Und wie ich mehrmals geschrieben habe, verfügt sie auch jetzt noch über ausreichend Geld für ein weiteres Kriegsjahr. Sollte Kiew einen Kredit von der EU in Höhe von 90 Milliarden Euro erhalten, wird das Geld sogar für zwei Jahre Krieg, einschließlich der nötigen Waffenkäufe, reichen. Es bleibt nur noch die Frage des Personals.

Das heißt, dass die gegenwärtige Lage folgendermaßen gestaltet ist: Die USA setzen die Ukraine unter Druck und fordern Wahlen und ein Referendum, um das künftige Abkommen politisch auszuformen. Zudem fordern sie einen Rückzug der ukrainischen Truppen aus der DVR, um dieses Abkommen überhaupt erst möglich zu machen.

Gleichzeitig spielt die ukrainische Seite auf Zeit und verspricht, die russische Wirtschaft zu zerstören. Dabei verweist Kiew auf zweifelhafte Berechnungen westlicher Analysten, wonach Russland angeblich beim Verlust von etwa 30 Prozent der Exporteinkünfte in eine Krisenphase eintreten würde. Zusätzlich behaupten westliche Berater, dass 2026 das Eintreten des kumulativen Effekts der Sanktionen und Angriffe gegen die russische Infrastruktur zu erwarten sei. Die Ukraine versichert die USA bei den Verhandlungen, dass Moskau unter Druck seine Forderungen angeblich erheblich senken würde.

Um all das umzusetzen, legten die EU und Großbritannien Pläne zur Einführung eines weiteren Sanktionspakets vor, das das Kapern von jeglichen Schiffen legalisiert, die russisches Öl transportieren. Sie wollen für Russland die Ostsee und das Mittelmeer durch Sabotageakte und Seeräuberei sperren. Russlands Außenministerium gab klar zu verstehen: Diese Willkür wird nicht folgenlos bleiben.

Nachdem der Iran-Krieg ausgebrochen und klar geworden war, dass sich der Konflikt im Nahen Osten in die Länge zieht, verfiel Selenskij in Panik und Trauer. Sein Plan brach zusammen. Russland begann, an hohen Öl- und Gaspreisen gut zu verdienen. Um den Plan dennoch umzusetzen und den Ölexport zu blockieren, unternahm Kiew eilig eine Reihe von Angriffen gegen die russische Infrastruktur.

Parallel dazu werden die USA den Druck gegen Selenskij und sein Umfeld zunehmend verstärken und dabei auf das Thema der Korruption zurückgreifen. Bisher hatten die USA mit ihrem Druck wenig Erfolg. Doch sie haben noch nicht alle Instrumente eingesetzt.

Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst speziell für RT am 1. April.

Oleg Zarjow ist ein ehemaliger ukrainischer Rada-Abgeordneter. Von 2002 bis 2014 vertrat er seinen Einzelwahlkreis im ukrainischen Parlament und stieg zu einer der Führungspersönlichkeiten der ukrainischen Partei der Regionen auf. Nachdem er gewaltsam gezwungen wurde, seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Mai 2014 zurückzuziehen, musste er auf die Krim fliehen, engagierte sich für Neurussland und lebt seitdem im russischen Exil. Im Oktober 2023 überlebte er nur knapp einen Mordanschlag des ukrainischen Geheimdienstes.

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