Die schwedische Küstenwache hat, unterstützt von der Polizei, das unter guineischer Flagge fahrende Frachtschiff "Caffa" festgesetzt, wie der schwedische Fernsehsender SVT unter Berufung auf die Behörde berichtete.
Das Schiff wurde in der Ostsee vor der Küste von Trelleborg in Südschweden festgesetzt. Im Rahmen der Operation "Schwarzer Kaffee" wurden Hubschrauber eingesetzt, einer davon landete auf dem Frachtschiff. Die Festsetzung erfolgte am 6. März gegen 15:50 Uhr MEZ.
Beamte der Küstenwache betraten das Schiff und nahmen die Ermittlungen auf. Wie SVT berichtete, steht die "Caffa" auf der Sanktionsliste der Ukraine.
Die Küstenwache vermutete, dass das Schiff gegen das Seeschifffahrtsgesetz verstoßen habe: Die Behörden halten das Schiff für seeuntüchtig.
Alle Ermittlungsmaßnahmen, einschließlich Durchsuchungen und Befragungen der Besatzung, werden auf See durchgeführt, erklärte Mattias Lindholm, Sprecher der schwedischen Küstenwache. Der schwedische Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin schrieb auf X:
"Das Schiff steht auf der Sanktionsliste der Ukraine, die Eigentümerstruktur ist unklar, und es besteht der Verdacht, dass es nicht versichert ist. Berichten zufolge hat das Schiff diesen Sommer seine Flagge von russisch auf guineisch gewechselt."
Die Untersuchung soll klären, ob das Schiff die Anforderungen für den Betrieb in schwedischen Gewässern erfüllt, behauptete der Minister. Bohlin fügte hinzu:
"Angesichts der ernsten Bedrohung durch die Schattenflotte hält die Regierung eine aktive Gegenmaßnahmenpolitik für notwendig."
Lindholm ergänzte, dass der Massengutfrachter viele Merkmale aufweise, die die Behörden Schiffen der "Schattenflotte" zuschreiben. Er betonte:
"Wir müssen noch prüfen, ob diese Beschreibung hier zutrifft. Wir können aber nicht ignorieren, dass Schiffe dieses Typs in schwedischen Gewässern operieren."
Laut dem Schiffsverkehrsdienst Marine Traffic verließ der Massengutfrachter am 24. Februar Casablanca, Marokko. Als Zielhafen ist Sankt Petersburg angegeben, wo das Schiff planmäßig am 10. März eintreffen sollte. Derzeit befindet es sich in der Kattegatstraße.
Laut VesselFinder ist der Massengutfrachter fast 30 Jahre alt: Er wurde 1997 gebaut. Zunächst fuhr er unter maltesischer, dann unter russischer Flagge und hat seine Flagge inzwischen auf Guinea geändert.
Westliche Länder vermuten, dass Russland seine "Schattenflotte" nutzt, um Öl, Erdölprodukte und Flüssigerdgas (LNG) unter Umgehung der Sanktionen zu transportieren. Moskau bezeichnet die Sanktionen als wirkungslos und unrechtmäßig und fordert deren Aufhebung. Im Juni 2025 warnte der russische Präsident Wladimir Putin:
"Versuche, uns Schaden zuzufügen, auch der sogenannten Schattenflotte, werden allen, vor allem aber denen, die uns – mit Bitte um Verzeihung – schaden wollen, Probleme bereiten."
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