Sri Lanka nimmt das zweite iranische Schiff nach Rettung der Besatzung in Obhut

Präsident Anura Kumara Dissanayake sagte, die Inselnation sei im US-israelischen Krieg gegen Teheran neutral, aber die Menschlichkeit müsse obsiegen. Sri Lanka hatte auch die Matrosen gerettet, die den US-Angriff auf das erste Schiff überlebt hatten.

Offizielle Vertreter Sri Lankas haben mitgeteilt, dass das Land ein zweites Schiff der iranischen Marine in Obhut genommen und seine 208 Besatzungsmitglieder gerettet habe, nachdem die USA am Vortag ein anderes iranisches Schiff vor der Küste des Inselstaats angegriffen und versenkt hatten, wobei mindestens 87 Seeleute ums Leben kamen.

Die Marine von Sri Lanka half, die Seeleute des zweiten Schiffes, der IRIS Buschehr, zu evakuieren, die wegen Maschinenproblemen um Einfahrt in den Hafen gebeten hatte, sagte Präsident Anura Kumara Dissanayake am Donnerstag gegenüber Pressevertretern.

Wie die versenkte IRIS Dena, hatte auch die IRIS Buschehr am Marinemanöver teilgenommen, zu dem Indien im Februar eingeladen hatte. Dissanayake sagte, die Marine Sri Lankas habe nach Gesprächen mit den relevanten Behörden, diplomatischen Missionen und dem Kapitän des Schiffes beschlossen, die IRIS Buschehr formal zu übernehmen.

Dissanayake sicherte zu, dass Colombo, während es im aktuellen Nahost-Konflikt neutral ist, der durch die US-israelischen Angriffe gegen Iran ausgelöst wurde, es keiner Nation im Konflikt erlauben werde, sein Gebiet zu nutzen.

"Als Nation und als Staat stellen wir die Menschlichkeit über alles andere, während wir unsere Neutralität wahren", sagte der Präsident. "Wir werden nie zögern, die Menschlichkeit zu schützen. Wenn es Handlungen gibt, die zur Rettung von Menschenleben erforderlich sind, werden wir unter keinen Umständen zögern, sie zu unternehmen."

Die IRIS Dena war von einem U-Boot der US-Marine vor der Küste Sri Lankas durch einen von einem US-U-Boot abgeschossenen Torpedo versenkt worden. Das Schiff befand sich auf der Heimfahrt von einer offiziellen Einladung des indischen Staates; Voraussetzung zur Teilnahme an dem Manöver war, dass sich keine Bewaffnung an Bord befindet. Eine Bedingung, die den USA bekannt war, da die US-Marine ihre eigene Teilnahme erst in letzter Sekunde zurückgezogen hatte.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte den Angriff öffentlich gutgeheißen. Seitens der Besatzung des U-Boots gab es keinerlei Bemühungen, Überlebende der Dena zu retten. Die indische Regierung wird im Land scharf kritisiert, weil sie gegen den US-Angriff nicht protestiert hat.

Teheran hatte Washington gewarnt, es werde den Torpedoangriff auf die IRIS Dena im Indischen Ozean "bitter bereuen", und der iranische Außenminister Abbas Aragtschi wies in einem Interview mit NBC darauf hin, dass ein Angriff auf ein unbewaffnetes Schiff ein Kriegsverbrechen darstelle.

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