USA planen wochenlangen Luftkrieg gegen Iran

Laut US-Medienberichten ist das Pentagon bereit und wartet nur noch auf Donald Trumps Autorisierung des Angriffs. Viele Analysten warnen dagegen vor tiefgreifenden Risiken, darunter regionale Eskalationen, globales wirtschaftliches Chaos und potenziell katastrophale Schäden an strategischen Zielen der USA.

Von Rainer Rupp

Jüngste Entwicklungen im US-Verteidigungsministerium deuten auf intensivierte Vorbereitungen auf einen potenziell mehrere Wochen andauernden brutalen, unprovozierten und völkerrechtswidrigen Bombenkrieg mit vereinzelten Kommandounternehmen gegen Landziele hin. Alles weise auf einen besonders schweren Bombenkrieg hin, so die US-Medien. Die Planungen gingen über kurzfristige Notfallszenarien hinaus und bezögen sich angeblich ausdrücklich auf lang anhaltende Operationen. Eine politische Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, doch die militärischen Szenarien zeigten, dass mit einem komplexen und ausgedehnten Konflikt gerechnet wird.

Diese Pläne spielen sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen und Sicherheitsrisiken im Persischen Golf und darüber hinaus in der gesamten Region ab, darunter auch gesteigerte Aktivitäten regionaler Milizen, die vom Iran unterstützt werden, wie z. B. die Hisbollah im Libanon.

Nun wäre es nicht das erste Mal, dass die Kriegstreiber in Washington eine erschreckende Drohkulisse gegen Iran in der Region aufgebaut haben – wie zum Beispiel im Jahr 2007 oder in der Krise 2011/12, als unter Präsident Barack Obama das Pentagon drei kampfbereite Flugzeugträger-Schlachtgruppen in Reichweite der iranischen Küste zusammengezogen hatte. Aber auch damals – Irans Verteidigungsfähigkeiten waren noch weitaus schwächer als heute – gab es starken Widerstand innerhalb des Pentagon und der Stabschefs der US-Waffengattungen gegen einen Krieg mit Iran, der den US-Streitkräften und der US-Wirtschaft hohe Verluste versprach.

Die aktuelle Angriffsplanung

Im Zentrum steht angeblich die Annahme, dass ein Konflikt mit Iran nicht mit schnellen, punktuellen Schlägen beendet wäre, sondern sich über Wochen erstrecken könnte. Vorgesehen sind anhaltende Luft- und Seeoperationen, die darauf abzielen, iranische Raketeninfrastruktur sowie mit der Eliminierung der Führungs- und Kommunikationsstrukturen die iranische Verteidigung zu enthaupten.

Gleichzeitig wird mit asymmetrischen Gegenreaktionen Irans gerechnet: Raketenangriffe, Cyberattacken, Angriffe durch Stellvertretermilizen und Störungen des Schiffsverkehrs, u. a. die Blockade der Straße von Hormus, gehören zu den einkalkulierten Szenarien.

Zu Vorbereitung des Angriffs hat die aktuell überall erkennbare Verstärkung der US-Truppenpräsenz in der Region stattgefunden, zwei Flugzeugträger-Schlachtgruppen mit Zerstörer und Ladungsschiffen und Hubschrauber für Kommandounternehmen an Land. Hinzu kommt die Verlegung von Langstreckenbombern in die Region sowie die Verstärkung der regionalen Luftwaffenstützpunkte mit tarnkappenfähigen F-35 Kampfjets. Die US-Luftwaffe spielt in den Planspielen des Pentagon ohnehin eine zentrale Rolle, denn sie soll als Drehscheibe für Aufklärung, Überwachung und Präzisionsangriff dienen. Parallel dazu wird die Raketenabwehr gegen iranische Vergeltungsangriff gegen US-Truppen und Verbündete weiter verstärkt.

Zielsetzung und regionale wie globale Auswirkungen

Laut Medienberichten sehen die Planungen offenbar das übliche abgestufte Vorgehen der Aggression vor. Zunächst sollen Luftabwehr- und Raketenstellungen ausgeschaltet werden, um operative Überlegenheit zu sichern. Danach sollen Kommandozentralen, Logistikeinrichtungen und mit den Revolutionsgarden verbundene Strukturen vernichtet werden. Brav wiederholen die US-Medien auch die inzwischen in Stein gehauene Lüge, dass "ein Regimewechsel" in Teheran laut den Pentagon-Plänen "nicht explizit im Mittelpunkt steht". Vielmehr gehe es um die nachhaltige Schwächung der militärischen Handlungsfähigkeit Irans.

Ein länger andauernder Konflikt hätte erhebliche Folgen für Energiemärkte und internationale Handelsrouten, insbesondere im Bereich der Straße von Hormus. Zudem besteht die Gefahr einer Ausweitung durch verbündete Milizen in mehreren Ländern des Nahen Ostens.

Wochenlange Kampfhandlungen würden erhebliche logistische und politische Herausforderungen mit sich bringen sowie hohe Anforderungen an Personal, Material und politische Unterstützung stellen. Auch innenpolitisch hätte Trump, der vor seiner Wahl versprochen hatte, Schluss zu machen mit den "endlosen Kriegen" des Tiefen Staates, bei einer längeren militärische Auseinandersetzung Probleme mit seiner eigenen MAGA-Bewegung. Schon jetzt regt sich in der Bewegung offener Widerstand prominenter MAGA-Mitglieder.

Nicht die erste Bedrohungskulisse

Wie eingangs erwähnt, ist die aktuell von Trump aufgebaute Drohkulisse gegen Iran nicht die erste, allerdings die bisher schwächste.

2007

Im Februar 2007 waren auf Befehl des damaligen Präsidenten George W. Bush zwei Flugzeugträger-Schlachtgruppen, die Eisenhower und die Stennis, mit ihren Begleitschiffen in den Persischen Golf entsandt worden. Die "Assault (Angriffs)-Gruppe" unter Führung der Batan war ebenfalls auf dem Weg in den Golf, wo bereits eine weitere "Assault-Gruppe" lag. Bei einer Assault-Gruppe handelt es sich um sieben Schiffe mit insgesamt 2.200 Marine-Infanteristen, Kampfhubschraubern, senkrechtstartenden Harrier-Kampfbombern und anderem Gerät zur Erstürmung feindlicher Küsten.

Insgesamt hat Washington im Februar 2007 an die 50 Kriegsschiffe im und um den Golf zusammengezogen. Auch britische Minensuchboote, spezialisiert auf flache Gewässer wie in der Straße von Hormus, sind mit von der Partie. Hunderte von US-Kampfflugzeugen standen in der Region bereit: auf den Flugzeugträgern, auf der riesigen US-Base in Katar, in Bahrain, auf den vier großen US-Luftstützpunkten im Irak, auf Diego Garcia im indischen Ozean und in Afghanistan. Sogar auf der US-Basis Incirlik in der Türkei ist Verstärkung eingetroffen, obwohl die türkische Regierung bereits letztes Jahr erklärt hatte, dass türkisches Territorium nicht für einen Angriff auf Iran bereitsteht.

2012

Anfang 2012, auf dem Höhepunkt einer weiteren erpresserischen US-Forderung gegen Iran, baute Washington erneut eine Drohkulisse auf, diesmal noch größer, mit drei Flugzeugträger-Schlachtgruppen sowie entsprechenden Begleit- und Landungsschiffen für die Marine-Infanterie. Dieser Einsatz erfolgte vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen wegen neuer US-Forderungen bezüglich des friedlichen iranischen Atomprogramms und der iranischen Drohung, im Konfliktfall die Straße von Hormus zu sperren. Zur Untermauerung ihrer erpresserischen Forderungen positionierte die US-Marine drei Flugzeugträgerkampfgruppen im nördlichen Arabischen Meer und den angrenzenden Gewässern:

Beim aktuellen Einsatz (Januar 2026) ist bisher nur die Flugzeugträgerkampfgruppe USS Abraham Lincoln mit Begleitschutz im Arabischen Meer angekommen. Und die US-Basen in der Region sind von US-Flugzeugen und -Mannschaften geräumt, weil sie leichte Ziele für iranische Raketen wären. Die aktuelle US-Streitkräfte-Aufstellung in der Region ist also bedeutend schwächer als im Jahr 2007 und 2012, und das zu einem Zeitpunkt, an dem Iran im Vergleich zu den früheren Krisenhöhepunkten dank eigener Entwicklungen sowie mithilfe und durch Zukäufe von Russen und Chinesen ungleich stärker dasteht als zuvor und gute Chancen hat, der US-Flotte einige empfindliche Schläge zu versetzen.

Mal sehen, ob Trump und seine Mannschaft ebenso vernünftig sind wie Bush 2007 und Obama 2012 und sich zurückziehen – oder ob sie sich von Zionisten weiter erpressen lassen. Denn wenn Trump sich für einen echten Krieg mit Iran entscheidet, könnte dies eine Krise auslösen, die – anstatt die Islamische Republik Iran zu zerstören – nicht nur seine Präsidentschaft beenden, sondern auch ein für alle Mal einen Strich durch die strategischen Ambitionen Washingtons im Mittleren Osten machen könnte.

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