Russland: Bau von Kernkraftwerk nun Teil der Mondforschung  

Mondforscher stehen vor erheblichen Herausforderungen hinsichtlich der Energieversorgung auf dem Erdtrabanten, meint der Leiter der Russischen Akademie der Wissenschaften in einem Interview. Die vielversprechendste Energiequelle hierfür sei die Kernenergie.

Russland hat den Bau eines Atomkraftwerks in sein Mondforschungsprogramm aufgenommen. Gennadi Krasnikow, der Präsident der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN), hat darüber in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet.

"Tatsache ist, dass es auf dem Mond, anders als beispielsweise auf dem Mars, große Probleme in Bezug auf die Energieversorgung gibt", meinte Krasnikow. Da die Mondnacht mit etwa 14 Tagen sehr lang sei, reichten Solarpaneele dafür natürlich nicht aus, fügte er hinzu.

Hierbei erläuterte der Akademiker:

"Und wenn wir von einer Mondbasis sprechen, also von großen Robotergeräten, die rund um die Uhr auf dem Mond operieren, ist die vielversprechendste Energiequelle selbstverständlich die Kernenergie."

Krasnikow berichtete außerdem, dass die RAN großangelegte Weltklasse-Projekte geplant habe. Das Vorhaben umfasse auch die Erforschung der Planeten, führte er aus. Obwohl der Forschungsschwerpunkt der russischen Wissenschaftler auf der Venus liege, führen sie auch ein Mondprogramm durch, das bis 2060 laufen werde. Das aktuelle Programm zur Erforschung des Erdtrabanten läuft demzufolge bis 2036.

Laut dem Präsidenten der RAN umfasse das Mondprogramm medizinische und biologische Forschungsaktivitäten. Russland nehme auf dem Gebiet seit jeher eine weltweit führende Rolle ein, betonte Krasnikow weiter.

Russische Wissenschaftler befassten sich zudem mit der Sonnenforschung, um ein besseres Verständnis der Entwicklung sonnenähnlicher Sterne zu gewinnen. Allerdings würden auch die Verbindungen zwischen Sonne und Erde untersucht, sagte der Akademiker. Zu dem Zweck werde derzeit im sibirischen Irkutsk eine Sternwarte mit einem großen Teleskop errichtet.

Mehr zum ThemaAkademie der Wissenschaften: Internationale Wissenschaftskooperation bleibt ungebrochen