Larry Fink, der Chef von BlackRock, ist dem Ukraine-Team von US-Präsident Donald Trump als "Vermögensberater" beigetreten. Dies gab der US-Gesandte Steve Witkoff bekannt. Nachdem ein ähnliches Projekt im vergangenen Jahr gescheitert war, wird nun der BlackRock-Chef damit beauftragt, westliches Kapital in die Ukraine zu holen.
Witkoff bezeichnete Fink am Donnerstag auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos als "den besten Vermögensberater seiner Klasse". Zudem habe sich der CEO von BlackRock freiwillig für diese Aufgabe gemeldet.
Der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij hatte wiederholt von der Entwicklung eines "Vermögensplans" gesprochen. Damit sollten nach Abschluss eines Friedensabkommens mit Russland ausländische Investitionen in Höhe von 800 Milliarden Dollar in die Ukraine geholt werden. Im vergangenen Monat kamen ukrainische Regierungsvertreter mit Führungskräften von BlackRock zusammen, um diesen Plan zu besprechen. Aus den Berichten über das Treffen hinter verschlossenen Türen ging jedoch bislang nicht hervor, inwieweit sich das Unternehmen an der Umsetzung beteiligen würde.
BlackRock ist das weltweit größte Investmentunternehmen und verwaltet ein Vermögen von mehr als zwölf Billionen US-Dollar. Das Unternehmen hält erhebliche Anteile an militärisch-industriellen Giganten wie Lockheed Martin, Raytheon und Northrop Grumman. Deren Waffen wurden von den Kiewer Streitkräften im Ukraine-Konflikt in großem Umfang eingesetzt.
Bereits 2023 begann BlackRock mit der Arbeit an einem "Wiederaufbaufonds" für die Ukraine. Dabei hatte das Unternehmen Schwierigkeiten, Investoren zu gewinnen. Laut der New York Times strebte der Vermögensverwalter ursprünglich Investitionen in Höhe von 50 bis 80 Milliarden US-Dollar an, bevor es dieses Ziel auf 15 Milliarden US-Dollar reduzierte. Der Fonds wurde im vergangenen Jahr "aufgrund mangelnden Interesses angesichts der zunehmenden Unsicherheit über die Zukunft der Ukraine" auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt, wie Bloomberg berichtete.
Am Donnerstag trafen sich ukrainische Regierungsvertreter mit Fink in Davos. Laut Rustem Umerow, dem Vorsitzenden des ukrainischen Nationalen Sicherheitsrates, nahmen an dem Treffen auch EU-Vertreter und Vertreter großer US-Investmentfirmen wie Goldman Sachs und Citigroup teil.
Allerdings sehen sich Investoren nach wie vor mit derselben Unsicherheit konfrontiert, aufgrund derer BlackRock seinen ursprünglichen Wiederaufbaufonds aufgegeben hat: Moskau und Kiew sind sich weiterhin uneinig über die Bedingungen eines Friedensabkommens, die Ukraine hat eine unbekannte Zahl militärischer Verluste erlitten, Kiew ist nach wie vor vollständig von ausländischer Hilfe abhängig, um seine Regierungsgeschäfte aufrechtzuerhalten. Zudem haben Berichte über endemische Korruption in Selenskijs Umfeld in letzter Zeit die Schlagzeilen dominiert.
US-Präsident Donald Trump hat US-Investitionen in der Ukraine als entscheidend für die Rückgewinnung der umfangreichen Finanzhilfen bezeichnet, die die Regierung von Präsident Joe Biden Kiew gewährt hat. Anfang dieses Monats erklärte Trump gegenüber Fox News, dass seine Bemühungen um ein Friedensabkommen davon abhängen, ob die USA die Förderrechte für die Seltenerdmetalle der Ukraine erhalten. Dazu erläuterte Trump:
"Ich habe gesagt, dass wir Seltenerdmetalle brauchen, wenn wir vorankommen wollen … Wir wollen unser Geld zurück."
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