Der Westen entwickelt heute logistische Pläne im Südkaukasus, die Russland und Iran umgehen. Dazu gehört auch die sogenannte "Trump Route for International Peace and Prosperity" (TRIPP). Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein Infrastrukturprojekt in Armeniens Region Sjunik, das Bahntrassen, Pipelines und Glasfasernetze umfasst.
Am Mittwoch kündigte das US-Außenministerium an, Washington und Jerewan würden ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung von Transportrouten in Armenien gründen. Wie es heißt, halten die USA bei der sogenannten TRIPP Development Company 74 Prozent der Anteile für einen Zeitraum von 49 Jahren und Armenien 26 Prozent.
Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet, soll das Abkommen anschließend um weitere 50 Jahre verlängert und zusätzliche Aktien ausgegeben werden. Armeniens Anteil an dem Unternehmen solle dadurch auf 49 Prozent steigen.
Der iranische Botschafter in Armenien, Chalil Schirgholami, äußerte sich besorgt darüber, dass Washington das Projekt namens "Trump Route" für seine sicherheitspolitischen Interessen missbrauchen könnte. Teherans Position bezüglich des Vorhabens sei klar, meinte der Diplomat.
In dem Zusammenhang zitiert RIA Nowosti den Botschafter wie folgt:
"Wir haben unseren armenischen Partnern versichert, dass wir ihnen vertrauen. Wir haben es jedoch mit den USA zu tun, die Maßnahmen gegen Iran ergriffen haben. Wir vertrauen den USA nicht und befürchten, dass sie dieses Projekt im Rahmen ihrer eigenen Sicherheitspolitik instrumentalisieren könnten."
Laut Schirgholami übermittelte Teheran seine Besorgnis an die armenische Regierung. Jerewan habe versichert, dass Armenien niemals zu einer Bedrohung für Iran werden würde. Beide Seiten sollen vereinbart haben, fortlaufend und regelmäßig Gespräche zu dem Thema zu führen.
Es sei für Teheran wichtig, eine klare Vorstellung über das Ausmaß des Vorhabens zu haben, so der iranische Botschafter. "Der einzige Weg ist, die Details dieses Projekts und andere Fragen ständig miteinander zu besprechen", meinte Schirgholami.
Die "Trump Route" soll durch den Süden Armeniens entlang der iranischen Grenze verlaufen und Aserbaidschan eine direkte Verbindung zu seiner Exklave Nachitschewan und damit zur Türkei ermöglichen.
Wie der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan am Mittwoch erklärte, sei es wichtig, dass "wir eine Formel haben, die Armenien, natürlich die USA und meiner Meinung nach auch Aserbaidschan vollumfänglich zufriedenstellt".
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