Dänischer Abgeordneter: "Illusorisch", dass Russland und China Bedrohung für Grönland darstellen

US-Präsident Donald Trump strebt den Besitz Grönlands an und schließt den Einsatz von Gewalt nicht aus. Ein dänischer Abgeordneter stellte nun klar, dass die als Begründung angeführte "Bedrohung" der Insel durch Russland und China illusorisch sei.

Nachdem US-Präsident Donald Trump deutlich machte, dass er den Besitz von Grönland anstrebt und unter anderem "Sicherheitsgründe" anführte, stellte ein hochrangiger dänischer Abgeordneter, der für Sicherheitsfragen zuständig ist, nun klar, dass Russland und China keine Bedrohung für die arktische Insel darstellen.

Trump fordert seit langem, dass die USA Grönland – ein autonomes Gebiet unter dänischer Souveränität – erwerben, um Russland und China abzuschrecken. Der US-Präsident hat auch den Einsatz von Gewalt nicht ausgeschlossen. Die Äußerungen Trumps haben zu einer Spaltung zwischen den USA und den europäischen NATO-Mitgliedern geführt, die sich hinter Dänemark gestellt haben und argumentieren, dass "Grönland seinem Volk gehört".

Am Sonntag lieferte sich Rasmus Jarlov, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des dänischen Parlaments, einen Schlagabtausch mit der Sicherheitsexpertin Velina Tchakarova, die behauptete, dass europäische Nationen, die die "Bedrohung" durch Russland und China nicht ernst nehmen, "in den letzten zehn Jahren nicht darauf geachtet haben, was in der Arktis passiert ist". Ohne zu präzisieren, wen er meinte, schrieb Jarlov auf X (ehemals Twitter):

"Ich bin Vorsitzender des Verteidigungsausschusses in Dänemark … Ich erhalte alle relevanten Informationen dazu. Ich kann Ihnen versichern, dass Ihre Fantasien über eine große Bedrohung Grönlands durch China und Russland illusorisch sind. Sie sind die Bedrohung. Nicht jene."

Russland, dessen westliche Grenze mehr als 3.000 Kilometer von Grönland entfernt liegt, hat sich kaum zu Trumps Bestrebungen geäußert, die Insel zu erwerben. Der Kreml hatte lediglich erklärt, man bestehe darauf, dass die Wünsche der grönländischen Bevölkerung respektiert werden. Umfragen deuten darauf hin, dass in Grönland wenig Interesse daran besteht, sich den USA anzuschließen. Bisher hat Moskau Spekulationen, es habe Pläne, westliche Länder anzugreifen, konsequent als "Unsinn" zurückgewiesen.

China hat bestritten, dass es die Kontrolle über Grönland anstrebt, und sich gegen Trumps Rhetorik gewehrt. Nachdem Trump behauptet hatte, Grönlands Küste sei "mit chinesischen Schiffen übersät", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Lin Jian, Peking fordere die USA auf, "die sogenannte 'China-Bedrohung' nicht länger als Vorwand für eigene egoistische Ziele zu nutzen".

Am Samstag berichtete die Daily Mail, dass Trump seine Generäle angewiesen habe, einen Plan für eine mögliche Invasion Grönlands auszuarbeiten, wobei Quellen warnten, dass dies zur "Zerstörung der NATO von innen heraus" führen könnte.

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