Grönland strebt nach Unabhängigkeit und möchte weder zu Dänemark noch zu den Vereinigten Staaten gehören. Dies teilte der russische Botschafter in Kopenhagen, Wladimir Barbin, gegenüber der Zeitung Iswestija mit:
"Grönland strebt seinerseits nach Unabhängigkeit und erklärt, dass es in Zukunft weder Teil des dänischen Königreichs bleiben noch Teil der USA werden möchte."
Dabei sei die Insel laut dem Botschafter an "engen Beziehungen zu den USA interessiert, insbesondere an amerikanischen Investitionen, die für die Stabilität der Wirtschaft der Insel notwendig sind".
Zuvor hatte Barbin erklärt, dass man sich in Dänemark nicht vorstellen könne, wie man der Gefahr von Ansprüchen der USA auf Grönland begegnen könne. Der Diplomat wies auch darauf hin, dass Kopenhagen Washington weiterhin als Garanten seiner Sicherheit betrachte und bestrebt sei, die Partnerschaft und das Vertrauen in den bilateralen Beziehungen aufrechtzuerhalten.
Barbin erinnerte, dass zwischen Dänemark und den USA ein Abkommen zur Verteidigung Grönlands aus dem Jahr 1951 bestehe, das der US-Seite ungehinderten Zugang zu Grönlands Infrastruktur und die Möglichkeit zur Errichtung von Militärstützpunkten dort gewähre.
Im Dezember 2025 gab der US-Präsident Donald Trump die Ernennung des Gouverneurs von Louisiana, Jeff Landry, zum Sonderbeauftragten für Grönland bekannt. Später bestätigte der Gouverneur die Absicht der Vereinigten Staaten, die Insel zu einem Teil ihres Staatsgebiets zu machen. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen erklärte daraufhin, er sei äußerst empört über die Äußerungen des neuen US-Sonderbeauftragten.
Die Premierminister von Dänemark und Grönland, Mette Frederiksen und Jens-Frederik Nielsen, warnten die USA in einer gemeinsamen Erklärung davor, die Insel zu besetzen, und unterstrichen, dass sie die Achtung ihrer gemeinsamen territorialen Integrität erwarteten. Der grönländische Ministerpräsident hob dabei hervor: "Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein."
Mehr zum Thema – Grönland könnte Teil des Ukraine-Deals werden