Die sich zuspitzende Lage in Iran und die Schuldenpolitik insbesondere der USA treiben den Goldpreis auf ein Rekordhoch. Am Montag kletterte der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) auf über 4.600 US-Dollar.
Mit dem Anstieg baut Gold sein Kursplus in diesem Jahr auf über sechs Prozent aus. Gold war und ist damit eine der gefragtesten Anlageklassen. Der Preis war allein 2026 um 65 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1979 nicht mehr. Bei Silber war das Jahresplus mit fast 150 Prozent noch deutlich höher. Am Montag verteuerte sich der Preis für eine Unze Silber um mehr als sechs Prozent auf über 85 Dollar und knackte damit das letzte Rekordhoch von Ende 2025.
Händler führten den Preisanstieg bei den Edelmetallen primär auf die Situation in Iran und das US-Gerangel um Grönland zurück. Zudem nannten Experten mit Blick auf den Goldpreis auch wachsende Sorgen bezüglich der Unabhängigkeit der US-Notenbank als Argument.
Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank war am Wochenende eskaliert: Jerome Powell hat strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve (Fed) zurückgewiesen. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage. Er soll im Kontext der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, lautet der Vorwurf. Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand. Er betont kontra Trump:
"Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird."
Edelmetalle – allen voran Gold –, aber auch Silber und zuletzt wieder Platin gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen, in die Anleger Geld bei politischen Unsicherheiten schieben. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird. Außerdem wird immer deutlicher, dass physische Edelmetalle in deutlich kleinerem Umfang vorhanden sind, als das Handelsvolumen von sogenanntem Papiergold und Papiersilber an den Börsen gehandelt wird.
Nicht nur Zentralbanken, sondern auch Kleinanleger horten deswegen die begehrten Edelmetalle in immer größerem Umfang. Die Schuldenpolitik der USA und der EU, die – durch nichts gedeckte – Schaffung von sogenanntem Fiat-Geld als Inflationstreiber und Wohlstandsvernichter trägt ebenfalls zum Vertrauensverlust der Anleger in US-Dollar und Euro bei.
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