Indiens Unternehmen Reliance Industries stellte seine Pläne zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batteriezellen ein, nachdem es nicht gelungen war, sich die Technologie eines potenziellen chinesischen Partners zu sichern. Dies berichtete Bloomberg unter Berufung auf anonyme Quellen.
Demnach zog sich der chinesische Lithium-Eisenphosphat-Lieferant Xiamen Hithium Energy Storage Technology Co., der mit Reliance über die Lizenzierung der erforderlichen Technologie verhandelt hatte, aus dem Plan zurück.
China kündigte im Oktober 2025 nach einer Eskalation im Handelskrieg mit den USA Beschränkungen für Seltene Erden und damit verbundene Technologien an, darunter Permanentmagnete, Batterien und Batteriekomponenten sowie Verarbeitungstechnologien.
Nach Angaben von Bloomberg veranlasste diese Entwicklung Reliance dazu, sich wieder auf die Montage von Batterie-Energiespeichersystemen (kurz BESS) oder Containern für seine eigenen Projekte im Bereich erneuerbare Energien zu konzentrieren. Ein Vertreter von Reliance erklärte gegenüber Bloomberg per E-Mail:
"Sie werden bemerkt haben, dass die Herstellung von BESS, Batteriepacks und Zellen schon immer Teil unserer Energiespeicherpläne war und wir bei deren Umsetzung gute Fortschritte erzielen."
Im August hatte Reliance seinen Aktionären mitgeteilt, dass seine Batterie-Gigafactory im Jahr 2026 den Betrieb aufnehmen werde.
Der indische Energiespeichermarkt wird laut Schätzungen von Bloomberg bis zum Jahr 2035 voraussichtlich eine Leistungskapazität von etwa 87 Gigawatt erreichen – mehr als das 300-Fache der im Jahr 2024 installierten Kapazität.
Lithium ist für Antriebsbatterien und Energiespeicher von entscheidender Bedeutung. China dominiert die Gewinnung und Verarbeitung vieler wichtiger Mineralien und macht über 60 Prozent der weltweiten Verarbeitung von Kobalt, Lithium und Mangan aus – drei Mineralien, die eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Batterien spielen.
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