Europarat-Generalsekretär droht Russland nach Oresсhnik-Angriff

Europarat-Generalsekretär Alain Berset bezeichnete die Angriffe mit Oreschnik-Raketen auf ukrainische Objekte als "Barbarei" und drohte mit Folgen für Russland. Das russische Militär betonte, die Attacken seien nur gegen militärische und energetische Objekte der Ukraine gerichtet.

Der Generalsekretär des Europarats Alain Berset hat die Angriffe des russischen Militärs auf Kiew und das Gebiet Lwow am 9. Januar als "Barbarei, die eine Missachtung des Völkerrechts darstellt" bezeichnet. Berset äußerte sich dazu im Netzwerk X und kommentierte damit die Worte eines anderen Vertreters des Europarats – des Vorsitzenden des Ministerkomitees und Außenministers Moldawiens Mihail Popșoi:

"Russland für seine Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen und die Zahlung von Entschädigungen an die Opfer zu erzielen, ist unsere Priorität."

Popșoi verurteilte ebenfalls die russischen Attacken mit Oreschnik-Raketen auf Energieanlagen in der Ukraine, "in deren Folge die Einwohner von Kiew, Lwow und Kriwoi Rog ohne Strom und Wasserversorgung blieben".

In der Nacht zum 9. Januar wurde nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ein Raketenangriff mit den Oreschnik-Raketen auf kritische Objekte auf dem Territorium der Ukraine durchgeführt. Laut dem Militärressort wurden Produktionsstätten für Drohnen und Anlagen der Energieinfrastruktur getroffen, die den Betrieb des ukrainischen Verteidigungsindustriekomplexes sicherstellen. Das Ministerium bezeichnete den Angriff als Reaktion auf die Attacke der ukrainischen Streitkräfte auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Gebiet Nowgorod.

In Brüssel werde der Oreschnik-Angriff als Warnung an die Europäische Union und die USA angesehen, erklärte die Sprecherin der Europäischen Kommission Anitta Hipper am 9. Januar.

Oreschnik ist eine russische Mittelstreckenrakete. Zum ersten Mal war sie am 21. November 2024 öffentlich bekannt geworden, als der russische Präsident Wladimir Putin über den Angriff mit Oreschnik auf den militärisch-industriellen Komplex in der Stadt Dnjepr mit nichtnuklearer Hyperschallausrüstung berichtet hatte. Am nächsten Tag erklärte der Staatschef, dass Russland über einen Vorrat an einsatzbereiten Raketen dieser Art verfüge und deren Serienproduktion bereits organisiert sei. Den Start der Produktion kündigte Putin Anfang November 2025 an.

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