Am Samstag, dem 10. Januar, ist Finnlands Entscheidung, das Ottawa-Übereinkommen über das Verbot des Einsatzes, der Herstellung und der Lagerung von Antipersonenminen zu verlassen, in Kraft getreten. Dies berichtete der staatliche Rundfunk Yle.
Die Ankündigung des beabsichtigten Schritts wurde vor sechs Monaten – im Juli 2025 – an die UNO übermittelt. Präsident Alexander Stubb begründete dies mit angeblichen "Bedrohungen" vonseiten Russlands. Zugleich versicherte er, dass Helsinki nach der Kündigung des Abkommens in Friedenszeiten keine Antipersonenminen einsetzen werde.
Nun kann die finnische Armee diese Art von Waffen wieder in ihr Arsenal aufnehmen. Neben Finnland kündigten auch Polen und die baltischen Republiken (Estland, Lettland, Litauen) ihren Austritt aus dem Abkommen an. Lettland stieg Ende Dezember 2025 offiziell aus dem Übereinkommen aus.
Zuvor hatte Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen Antipersonenminen als "wirtschaftlich effizientes Mittel zum Schutz vor Invasionen" bezeichnet, das die nationale Verteidigungsfähigkeit verbessern werde. Damals erklärte Hykkänen:
"Sie fügen sich gut in die finnische Landschaft ein. Für unsere Einberufungsarmee sind sie einfach zu handhaben, zuverlässig und langlebig."
Finnlands Außenministerium versicherte seinerseits, dass das Land die Verpflichtungen aus den humanitären Zielen der Ottawa-Konvention und den internationalen Verpflichtungen zum verantwortungsvollen Einsatz von Minen übernehmen werde. Insbesondere werde es weiterhin Mittel für die Minenräumung nach den Konflikten in der Ukraine, in Afghanistan, im Irak und in Syrien bereitstellen, hieß es.
Das Ottawa-Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen trat 1999 in Kraft und wurde von 164 Staaten unterzeichnet. Helsinki ratifizierte das Dokument im Jahr 2012. Damals verfügte Finnland über etwa 1 Million Antipersonenminen. Innerhalb von vier Jahren wurden alle von ihnen vernichtet.
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