US-Senator: USA werden Kuba und Nicaragua "in Ordnung bringen"

Nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro behauptet ein US-Senator, dass dies nicht das Ende sei. Sein Land werde sich angeblich bald noch in die inneren Angelegenheiten weiterer lateinamerikanischer Länder einmischen.

Der republikanische US-Senator Rick Scott behauptet, die USA würden einen neuen Präsidenten in Kolumbien einsetzen und auch Kuba und Nicaragua "in Ordnung bringen". Diese Äußerungen machte er in einem Interview mit Fox Business, nur wenige Tage nachdem US-amerikanische Kommandos den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores bei einem Überfall auf Caracas entführt hatten.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Operation als Durchsetzung der Monroe-Doktrin, die die Vorherrschaft der USA in der westlichen Hemisphäre sichern soll, und betonte, dass US-amerikanische Unternehmen Zugang zu den reichen Erdölvorkommen Venezuelas erhalten müssten.

Trumps Maßnahmen würden "Lateinamerika verändern", meinte Scott im erwähnten Interview. "Wir werden Kuba in Ordnung bringen, Nicaragua wird in Ordnung gebracht werden. Nächstes Jahr werden wir einen neuen Präsidenten in Kolumbien bekommen", fügte der US-Senator hinzu und erklärte, dass "die Demokratie in diese Hemisphäre zurückkehren wird".

Die USA verhängten während des Kalten Krieges erstmals eine Handelsblockade und Sanktionen gegen die sozialistisch regierten Länder Kuba und Nicaragua. Im vergangenen Jahr verhängte Washington Restriktionen gegen den linksgerichteten Präsidenten Kolumbiens, Gustavo Petro, den Trump der Unterstützung von Drogenkartellen bezichtigte. Petro wies die Vorwürfe zurück und kritisierte Trump scharf für die Anordnung von Angriffen auf angebliche Drogenschmugglerboote in der Karibik.

Auf die Frage von Journalisten an Bord der Air Force One am Sonntag, ob er plane, Kolumbien anzugreifen, antwortete Trump:

"Das klingt für mich gut."

Petro, ein ehemaliges Mitglied einer kommunistischen Guerillagruppe, verurteilte Trumps Drohungen. "Nach dem Friedensabkommen von 1989 habe ich geschworen, nie wieder eine Waffe anzurühren, aber um meines Vaterlandes willen werde ich erneut zu den Waffen greifen, auch wenn ich das nicht will", schrieb er Anfang dieser Woche auf X.

Das US-Justizministerium klagte Maduro und Flores wegen Drogenhandels und Waffenbesitzes an, doch beide plädierten am Montag vor einem New Yorker Richter auf nicht schuldig. Venezuela verurteilte die US-Operation als Verletzung seiner Souveränität, und die amtierende Präsidentin des Landes Delcy Rodríguez bestritt, dass das Land von ausländischen Mächten regiert werden würde.

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