Der Ministerpräsident der Niederlande, Dick Schoof, sieht düstere Aussichten für die NATO und die europäische Sicherheit, sollte die dänische Insel Grönland von den USA annektiert werden. "Sie würden dann unter enormen Druck geraten, ja", sagte Schoof. Dies berichtet die Zeitung NRC.
"Verbündete behandeln einander nicht so",
wird Schoof zitiert.
Zuvor hat der niederländische Außenminister David van Weel erklärt, die Entscheidung über die Zukunft Grönlands sollte von der Insel selbst und Dänemark getroffen werden, und dass die Niederlande sie dabei unterstützen.
Kürzlich hat US-Präsident Donald Trump den Anspruch auf Grönland erneut bekräftigt. "Wir brauchen Grönland, absolut. Wir brauchen es zur Verteidigung", sagte Trump dem Magazin The Atlantic.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte am Montag, ein US-Angriff auf Grönland würde das Ende der NATO bedeuten.
Dänemark und Grönland baten die USA am Dienstag um ein baldiges Treffen, um Trumps Äußerungen über Grönland zu besprechen, heißt es im Bericht der NRC vom Mittwoch.
"Es war bisher nicht möglich, ein Treffen zwischen dem US-Außenminister Marco Rubio und der grönländischen Regierung zu vereinbaren", zitiert das Blatt aus einem Post der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt, den sie in den sozialen Netzwerken veröffentlichte, "trotz der Bitte Grönlands und Dänemarks um ein Gespräch auf Ministerebene."
Trump hatte wiederholt erklärt, Grönland solle Teil der USA werden, und verwies dabei auf dessen strategische Bedeutung für die nationale Sicherheit und den "Schutz der freien Welt".
Grönland war bis 1953 eine dänische Kolonie. Die Insel ist wie die Färöer und Dänemark nach wie vor Teil des Königreichs Dänemark, erhielt aber 2009 Autonomie, wodurch es sich selbst verwalten und seine Innenpolitik selbstständig gestalten kann. Das Königreich ist weiterhin für Verteidigung und Außenpolitik zuständig.
Obwohl die meisten Grönländer die Unabhängigkeit von Dänemark befürworten, deuten die Meinungsumfragen auf eine starke Ablehnung eines Beitritts zu den USA hin, berichtet die NRC.
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