Durchgesickertes Memo: BBC zensiert die Bezeichnung "Entführung" Maduros durch die USA

Wie aus einem durchgesickerten Memo hervorgeht, hat die BBC ihre Mitarbeiter angewiesen, die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA nicht als solche zu bezeichnen. Die Richtlinie wirkt wie "orwellscher Stoff", so der britische Journalist Owen Jones.

Die BBC hat ihre Mitarbeiter angewiesen, die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA nicht als solche zu bezeichnen, sondern weniger belastete Alternativen wie "Festnahme" zu verwenden. Dies geht aus einem durchgesickerten internen Memo hervor, das der britische Journalist und Guardian-Kolumnist Owen Jones online veröffentlicht hat.

Maduro war am Wochenende bei einem US-Militärangriff auf Caracas festgenommen und nach New York geflogen worden, um sich dort wegen Drogenhandels und Waffenbesitzes zu verantworten. Maduro bestritt dies bei seiner ersten Vorführung vor Gericht allerdings und beharrte darauf, dass er "entführt" worden sei.

Laut dem durchgesickerten Memo verbietet die BBC-Geschäftsführung nun jedoch "de facto ... Journalisten, zu sagen, dass die USA Maduro 'entführt' haben". Die Begriffe "festgenommen" und "gefangen genommen" seien jedoch akzeptabel.

In seinem Beitrag bezeichnete Jones "beschlagnahmt" als "bestenfalls eine Beschönigung", brandmarkte die Politik des Senders als "orwellschen Stoff" und erinnerte daran, dass US-Präsident Donald Trump selbst eingeräumt habe, dass "entführt" "kein schlechter Begriff sei".

Zuvor hatte der britische Premierminister Keir Starmer es abgelehnt, sich dazu zu äußern, ob der Angriff der USA auf Venezuela gegen das Völkerrecht verstößt, und betont, dass die Priorität Großbritanniens weiterhin ein "friedlicher Übergang zur Demokratie" sei.

Das durchgesickerte Memo reiht sich in eine Reihe von Zensurrichtlinien und Verfehlungen ein, für die die BBC bereits häufig kritisiert wurde. Im November 2025 veröffentlichte der Sender eine offizielle Entschuldigung, nachdem eine Sendung eine Rede von Trump vom 6. Januar 2021 (vor genau fünf Jahren) bearbeitet hatte, als Trump-Anhänger den Kongress gestürmt hatten. Trump verklagte den Sender daraufhin auf zehn Milliarden US-Dollar.

Die BBC sah sich auch wiederholt Kritik wegen ihrer Berichterstattung über Israel und den Gazastreifen ausgesetzt, wobei Kritiker ihr eine starke Pro-Israel-Voreingenommenheit vorwarfen und ihr vorhielten, das Leiden der Palästinenser herunterzuspielen.

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