Hinter verschlossenen Türen im Weißen Haus: Trump spricht über Selenskij in Kraftausdrücken

Nicht nur auf der politischen, sondern auch auf der persönlichen Ebene steht es mit dem Verhältnis, das Trump und Selenskij zueinander haben, nicht zum besten. Der Zusammenstoß der beiden Politiker Anfang 2025 im Weißen Haus hatte einen Vorlauf, der Jahre zurück reicht.

Wie aus einem Hintergrundbericht der New York Times (NYT) hervorgeht, soll US-Präsident Donald Trump bei privaten Treffen mit seinen Mitarbeitern manchmal Ausdrücke wie "Idiot" oder auch "motherfucker", verwendet haben, wenn er über seinen ukrainischen Amtskollegen sprach.

Die komplizierte Beziehung Trumps zur Ukraine und zu Selenskij reicht bis in seine erste Amtszeit zurück. Zur Vorgeschichte des bis heute vertrackten Verhältnisses gehört die vollständig fingierte "Russiagate"-Affäre. Auf diese – allerdings längst nachgewiesen – fälschlich behaupteten Abhängigkeiten Trumps von Russland führt die NYT dessen persönliche Differenzen sowohl mit der Ukraine als auch mit dem Anführer des Kiewer Regimes zurück.

Wie die US-Zeitung schreibt, gebe es zur Erklärung "viele schwierige Hintergründe zu berücksichtigen". Denn während seiner ersten Amtszeit hatte Trump die Ukraine, nicht aber den Kreml für die Einmischung in die Wahlen 2016 verantwortlich gemacht. Damit widersprach Trump der Mainstream-Version von der "Russland-Affäre", die in die endlosen "Russiagate"-Untersuchungen mündete. Diese hatten letztlich ergeben, dass alle gegen Trump erhobenen Vorwürfe von Anfang an haltlos gewesen waren.

Vor diesem Hintergrund soll Donald Trump damals über Selenskij gelegentlich bei Besprechungen gesagt haben: "Der ist ein Arschloch" ("motherfucker", auch als "Scheißkerl", "Hurensohn" usw. zu übersetzen – Anm. d. Red.). Das will die NYT nun von fünf nicht näher benannten Mitarbeitern erfahren haben.

Im September 2019 hatte Trump Wladimir Selenskij angerufen. Dieser Anruf war der Grund für das Impeachment-Verfahren, das das Repräsentantenhaus gegen den amerikanischen Präsidenten einleitete, das aber vom Senat nicht unterstützt wurde. Die Gegner Trumps versuchten damals zu beweisen, dass dieser von der Ukraine eine Untersuchung der Korruptionsvorwürfe gegen Joe Biden und seinen Sohn Hunter, der in der Geschäftsleitung des ukrainischen Unternehmens "Burisma" tätig war, gefordert hatte.

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