Wiktor Medwedtschuk, Vorsitzender der Bewegung "Andere Ukraine", hat sich in einem Interview zu den kürzlich in der Ukraine aufgedeckten Machenschaften im Zusammenhang mit Energieunternehmen geäußert. Der aktuelle Korruptionsskandal unter Beteiligung der engsten Vertrauten von Präsident Wladimir Selenskij bahnte sich allmählich an, sagte der ukrainische Oppositionspolitiker, der heute im russischen Exil lebt.
In dem Zusammenhang führte Medwedtschuk im Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti aus:
"Das ist kein Skandal, der dank Aktivitäten der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden ans Licht gekommen ist. Das ist etwas, was die US-Amerikaner angeordnet haben."
"Anderthalb Jahre lang prüften die US-Amerikaner zusammen mit dem Nationalen Antikorruptionsbüro (NABU) und der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) Selenskijs Vertraute mit Verbindungen zum finanziellen Umfeld", fügte der ukrainische Oppositionelle hinzu. Selenskijs eigene Aktivitäten seien dabei ebenfalls unter die Lupe genommen worden.
Medwedtschuk erklärte außerdem, dass die vom NABU im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal im Energiebereich veröffentlichten Tonaufnahmen auch eine Aufzeichnung von Gesprächen Selenskijs selbst enthielten.
"Ich weiß das ganz genau", betonte der Politiker. "Es gibt Aufnahmen eines Gesprächs von Selenskij selbst und seiner speziellen Anweisungen."
Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden hatten vor etwas mehr als zwei Wochen mitgeschnittene Gespräche zu Bestechungszahlungen im Energiesektor publik gemacht. Es gab mehrere Festnahmen. Energieministerin Swetlana Grintschuk und Justizminister German Galuschtschenko wurden entlassen. Der Hauptverdächtige und Vertraute von Selenskij, Timur Minditsch, konnte aus dem Land fliehen.
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