Russischer Politiker fordert Einfuhrverbot für Bier aus unfreundlichen Ländern

Bierimporte aus unfreundlichen Ländern sollten eingestellt werden, fordert ein Mitglied der russischen Staatsduma. Profite aus dem Bierhandel mit Russland werde für Ukraine-Hilfen verwendet. Die Regierung solle die einheimische Produktion fördern.

Abgeordnete der Staatsduma des russischen Parlaments rufen zu einem Verbot von Bierimporten aus der Europäischen Union, den USA, Kanada, Australien und Norwegen auf. Dies berichtet die Zeitung Iswestija unter Bezugnahme auf ein Schreiben von Alexei Didenko, dem Chef des parlamentarischen Ausschusses für regionale Politik und örtliche Selbstverwaltung. Demnach sollten Bierprodukte aus den Ländern, die in Russland als "unfreundlich" angesehen werden, auf die Liste der Einfuhr verbotener Agrarerzeugnisse, Rohstoffe und Lebensmittel aufgenommen werden. Zur Begründung seines Vorschlags argumentierte Didenko, dass die westlichen Staaten ihre Importe nach Russland ausbauten und dadurch Millionen US-Dollar verdienten. Teilweise würden die Profite für die Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte verwendet. Außerdem kritisierten "diese unfreundlichen Staaten" die Politik Russlands und befürworteten Sanktionen gegen das Land.

Im Jahr 2023 galt Deutschland als Russlands größter Bierlieferant. Nach Einschätzungen der Nachrichtenagentur RIA Nowosti hätten deutsche Produzenten die Liefermengen im Vergleich zum Vorjahr erhöht, und zwar um 32 Prozent auf 96 Millionen US-Dollar. Unter den wichtigsten Importeuren seien zudem Litauen, Lettland, Belgien und Tschechien.

Dennoch machten ausländische Produkte nur einen geringen Anteil des russischen Biermarktes aus. Didenko zufolge handele es sich um etwa 6 Prozent des Marktsegments. Iswestija verweist auch auf den russischen Verband der Bierproduzenten. Nach Angaben der Organisation habe der Anteil des importierten Biers etwa 4 Prozent der Umsatzstruktur in den ersten drei Quartalen 2023 betragen. Der Verband rufe zur Förderung der einheimischen Produktion und zur Entwicklung der Vorliebe für lokale Biersorten auf.

Seit dem Beginn der militärischen Sonderoperation in der Ukraine hatten mehrere ausländische Firmen den Rückzug aus dem russischen Markt angekündigt. Einige davon wurden an russische Unternehmen verkauft oder gemäß den Anordnungen des Präsidenten Wladimir Putin unter einheimische Leitung genommen.

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