Nach Zerstörung des Staudamms: Stadt Nowaja Kachowka überflutet

Nach der Zerstörung des Staudamms am Wasserkraftwerk Kachowka steigt der Wasserstand in der Region schnell an. Die Behörden haben mit der Evakuierung mehrerer Ortschaften begonnen. Insgesamt könnten 14 Siedlungen mit einer Bevölkerung von insgesamt 22.000 Menschen überflutet werden.

Nach der Beschädigung des Staudamms am Wasserkraftwerk Kachowka ist der Wasserstand des Dnjepr in der Gegend der Stadt Nowaja Kachowka in der russischen Region Cherson um mehr als 10 Meter gestiegen. Das teilten die örtlichen Behörden am Dienstag mit.

Im Gespräch mit Reportern sagte Wladimir Leontjew, der Leiter der lokalen Verwaltung, dass der Angriff auf den Kachowskaja-Staudamm zu einem Anstieg des Wasserspiegels um bis zu 12 Meter führen könnte. Voraussichtlich werde er sich dann innerhalb von drei Tagen wieder normalisieren: "Aber wir müssen diese 72 Stunden überstehen", sagte er.

Er sagte auch, dass die lokalen Behörden mit der Evakuierung von Bewohnern aus Siedlungen am Flussufer begonnen haben, darunter die Städte Korsunska und Dnjeprany sowie angrenzende Gebiete, wobei etwa 300 Gebäude geräumt wurden.

Andrei Alexejenko, der Vorsitzende der Verwaltung der Region Cherson, sagte, dass insgesamt 14 Siedlungen mit einer Gesamtbevölkerung von 22.000 Menschen überflutet werden könnten.

Auf Telegram geteilte Videos zeigen die Überschwemmung von Nowaja Kachowka.

Nach Angaben örtlicher Beamter wurde die Schlüsselinfrastruktur "infolge eines Angriffs" der ukrainischen Streitkräfte zerstört, der von Leontjew als großer "terroristischer Akt" bezeichnet wurde. Gegen 2 Uhr nachts seien zahlreiche Angriffe auf das Wasserkraftwerk Kachowka erfolgt. Infolgedessen sollen Verschlussklappen am Staudamm zerstört worden sein. 

Die örtlichen Rettungsdienste sagten, dass 14 von 28 Spannweiten des Damms bereits eingestürzt seien, und es wird erwartet, dass weitere folgen werden. 

Dmitri Peskow, Sprecher des Präsidenten, bezeichnete die Zerstörung des Staudamms als vorsätzliche Sabotage durch die Ukraine. Eines der Ziele dieser Sabotage sei es, der Krim Wasser zu entziehen. Der Nord-Krim-Kanal bezieht sein Wasser aus dem Stausee. Die Sabotage, so Peskow weiter, hänge auch damit zusammen, dass die ukrainischen Streitkräfte mit ihren groß angelegten Offensivoperationen ihre Ziele nicht erreichen.

Ukrainische Beamte wiesen jedoch die Verantwortung zurück. Michail Podoljak, einflussreicher Berater von Präsident Wladimir Selenskij, schob Russland die Schuld zu. Moskau, so Podoljak, habe "die größte Umweltkatastrophe in Europa seit Jahrzehnten" verursacht.

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