Republikaner beschließen Verbot von Transgender-Sportteilnahme an US-Schulen

Das US-Repräsentantenhaus hatte am Donnerstag eine dementsprechende republikanische Gesetzesvorlage verabschiedet. Diese hat dabei jedoch kaum Chancen, den weiterhin von den Demokraten kontrollierten Senat zu passieren.

Sich als Transgender-Frauen oder -Mädchen identifizierende Menschen sollen zukünftig an US-Schulen aus Sportteams von Mädchen und Frauen ausgeschlossen werden, so lautet es in der republikanischen Gesetzesvorlage mit dem Titel: "Gesetz zum Schutz von Mädchen und Frauen im Sport".

Das Papier erhielt in der Abstimmung in der US-Kongresskammer eine knappe Mehrheit von 219 zu 203 Stimmen, wobei alle Republikaner mit Ja und alle Demokraten wenig überraschend mit Nein gestimmt haben. Im von den Demokraten kontrollierten Senat wird das Gesetz jedoch wenig Chancen haben durchzukommen.

Das Weiße Haus hat bereits bestätigt, dass Präsident Joe Biden sein Veto gegen den Gesetzentwurf einlegen würde, auch wenn nicht damit zu rechnen ist, "dass er auf dem Schreibtisch des Präsidenten landet", so der US-Sender CNN kommentierend. Laut Erklärung der Biden-Regierung zu dem Gesetzentwurf habe "Diskriminierung keinen Platz in den Schulen unseres Landes oder auf unseren Sportplätzen".

CNN zitiert weiter aus der offiziellen Regierungserklärung für die Entscheidung gegen die Gesetzesvorlage der Republikaner zu stimmen:

"In einer Zeit, in der Transgender-Jugendliche bereits mit einer landesweiten Krise der psychischen Gesundheit konfrontiert sind und die Hälfte der Transgender-Jugendlichen in einer kürzlich durchgeführten Umfrage angab, ernsthaft über Selbstmord nachgedacht zu haben, ist ein nationales Gesetz, das diese Kinder weiter stigmatisiert, völlig unnötig, schadet den Familien und Schülern und würde die Schüler nur noch mehr gefährden."

Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, erläuterte gegenüber US-Medien die Gründe der Notwendigkeit einer dementsprechenden Gesetzesvorlage:

"Es gibt einen Grund, warum es Männer- und Frauensportarten gibt. Es geht um Fairness. Und wenn es eine letzte Faser Amerikas gibt, dann geht es darum, Menschen eine Chance zu geben."

Der Gesetzentwurf würde den "Titel IX des US-Bürgerrechtsgesetzes" dahin gehend abändern, dass Schulen, die finanzielle Bundesmittel erhalten, "Personen, deren Geschlecht männlich ist, die Teilnahme an Sportarten untersagen, die für Frauen oder Mädchen vorgesehen sind", so Darlegungen des US-Senders NBC.

Das Gesetz definiert hierbei zum Schutz von Frauen und Mädchen im Sport das Geschlecht als "ausschließlich auf der reproduktiven Biologie und Genetik einer Person bei der Geburt basierend".

Die Kongressabgeordnete Lisa McClain aus Michigan, ein weiteres Mitglied der republikanischen Führung, wird von dem US-Sender mit den Worten zitiert:

"Die neuen Normen in unseren Umkleidekabinen … junge Mädchen werden männlichen Genitalien ausgesetzt und müssen sich ausziehen und ihren eigenen Körper diesen biologischen Männern zeigen. Lasst uns aufhören, die Realität zu verdrehen. Es ist mehr als ekelhaft, und ich kann nicht glauben, dass wir die Mädchen dieser Art von Ausbeutung aussetzen. Mir wird ganz übel dabei."

Eine US-Studie aus dem Jahr 2019 hätte laut dem Sender diesbezüglich ergeben, dass "Transgender- und nicht-binäre Jugendliche eher sexuelle Übergriffe oder Belästigungen erlebt haben", wenn sie Schulen besuchten, die ihnen nicht erlaubten, Toiletten und Umkleideräume zu benutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.

Die gesamte Diskussion um "Transgender-Rechte", gesellschaftliche Wahrnehmungen und daraus resultierenden Stimmungen, dynamisiert sich seit der demokratischen Machtübernahme in den USA zu mittlerweile beeindruckenden Größenordnungen. So erklärte Präsident Joe Biden am 31. März, dem weltweit sogenannten "Transgender-Tag der Sichtbarkeit", seinen Bürgern in einer Videoansprache:

"Transgender-Amerikaner prägen die Seele unserer Nation –, sie dienen mit Stolz im Militär, heilen tödliche Krankheiten, bekleiden gewählte Ämter, führen florierende Unternehmen, kämpfen für Gerechtigkeit, ziehen Familien auf und vieles mehr."

Biden erinnerte in seiner offiziellen Erklärung, dass er an dem "ersten Tag als Präsident eine Durchführungsverordnung erlassen" habe, die die Bundesregierung anweist, die "Diskriminierung von LGBTQI+ Menschen und ihren Familien zu beenden". Die Biden-Administration habe zudem "eine Rekordzahl offener LGBTQI+-Führungskräfte ernannt" und das Verbot für offen transsexuelle Menschen im Militär aufgehoben.

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