Iran schlägt gemeinsame Währung in Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit vor

Teheran will die Handelsbeziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit noch weiter fördern. Erst im letzten Jahr war der Iran der internationalen Organisation als volles Mitglied beigetreten.

Der stellvertretende iranische Außenminister Mehdi Safari hat erklärt, dass sein Land den Mitgliedern der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) vorgeschlagen habe, eine neue Einheitswährung zu verwenden, um Probleme im Handelsbereich zu lösen. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars News. Safari sagte am Mittwoch, dass der Iran diesen Vorschlag vor zwei Wochen in einem Brief an die SOZ unterbreitet habe.

Er fügte hinzu, dass die Islamische Republik diese Idee mit weiteren Folgevorschlägen untermauern wolle. Der iranische Diplomat äußerte zudem die Hoffnung, dass der Vorschlag aus Teheran von der Organisation angenommen werde. Safari erklärte, dass die Verwendung einer einheitlichen Währung durch die Mitgliedsstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit bestehende Probleme im Handel zwischen ihnen lindern würde.

Am 21. September letzten Jahres hatten die sieben ständigen Mitglieder der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit einstimmig den Antrag Irans auf Aufnahme als Vollmitglied angenommen.  Mehdi Safari teilte außerdem mit, Iran sei derzeit mit der Vorbereitung der erforderlichen Dokumente beschäftigt, damit das Land die Vorteile eines Vollmitglieds praktisch nutzen und seine Interaktionen mit anderen Parteien der Organisation verstärken könne.

Der Sprecher der Zollverwaltung der Islamischen Republik Iran, Rouhollah Latifi, hatte im vergangenen Monat bekannt gegeben, dass das Handelsvolumen zwischen Iran und den Staaten der SOZ im vergangenen persischen Jahr (das am 20. März endete) auf 54.856.000 Tonnen Waren im Wert von 37 Milliarden US-Dollar (34,4 Milliarden Euro) gestiegen ist. Dies bedeute einen Anstieg von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, fügte er hinzu.

Der Iran exportierte im vergangenen Jahr 45.349.000 Tonnen Waren im Wert von 20,6 Milliarden Dollar (19,2 Milliarden Euro) in die SOZ-Mitgliedsstaaten. Dies wiederum sei ein Anstieg von 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamteinfuhren aus der SOZ hätten 9.507.000 Tonnen im Wert von 16,6 Milliarden Dollar (15,4 Milliarden Euro) betragen, was einen Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeute, so Latifi.

China, Afghanistan (das den Status eines Beobachters der SOZ hat) und Indien waren im vergangenen Jahr von den SOZ-Staaten die drei wichtigsten Importeure iranischer Waren, fügte der Sprecher hinzu.

Das Abkommen zur Gründung der SOZ wurde 2001 von sechs Staaten unterzeichnet: Russland, China, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Im Jahr 2017 wurden Indien und Pakistan vollwertige Mitglieder der SOZ, im letzten Jahr Iran. Afghanistan, Belarus, und die Mongolei genießen derzeit Beobachterstatus, während Sri Lanka, die Türkei, Aserbaidschan, Armenien, Kambodscha und Nepal Dialogpartner sind. Die Organisation fördert die Zusammenarbeit zwischen ihren Mitgliedsstaaten im politischen, wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen und militärischen Bereich.

Mehr zum ThemaOVKS-Generalsekretär Sas trifft SOZ-Generalsekretär Zhang Ming