Ein rumänischer Kampfjet vom Typ MiG-21 LanceR sei am späten Mittwochabend in der südöstlichen Region Dobrudscha vom Radar verschwunden, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Nach dem Vorfall sei ein Hubschrauber vom Typ IAR-330 Puma abgestürzt, der zur Ortung des Jets entsandt worden war. All das geschah rund 100 Kilometer Luftlinie von der Grenze zur Ukraine entfernt am Schwarzen Meer.
Das Kampfflugzeug, bei dem es sich um eine von Israel aufgerüstete Version des sowjetischen Jets aus den 1960er Jahren handelt, war vom Militärstützpunkt Mihail Kogălniceanu im Südosten Rumäniens zu einem Patrouillenflug in der Küstenregion gestartet. Nach etwa 15 Minuten war die Maschine vom Radar verschwunden. Eine Such- und Rettungsmission wurde gestartet – ein mit sieben Militärs besetzter Hubschrauber wurde losgeschickt, um das Flugzeug zu orten.
Der Helikopter verschwand allerdings den Angaben des Militärs zufolge etwa 20 Minuten nach Beginn seines Einsatzes vom Radar. Bevor die Verbindung abbrach, meldete der Pilot extrem schlechte Wetterbedingungen in der Region. Alle Crewmitglieder kamen ums Leben. Stunden später stellte sich heraus, dass auch der Kampfjet abgestürzt war. Dessen 31 Jahre alter Pilot starb. Der Verteidigungsminister des Landes, Vasile Dîncu, sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.
In den Medien wurden Bilder gezeigt, auf denen ein in Flammen stehendes Wrack des Hubschraubers zu sehen ist. Die Maschine war wohl beim Aufprall schwer beschädigt worden.
Die Umstände der Tragödie werden laut Ministerium noch untersucht. Wie das Nachrichtenportal G4Media unter Berufung auf nicht genannte Kreise im rumänischen Verteidigungsministerium berichtet, sei sowohl der Absturz des Flugzeugs als auch der des Hubschraubers höchstwahrscheinlich auf technische Probleme zurückzuführen.
Bis zur Klärung der Unglücksursachen dürfen Maschinen vom Typ der abgestürzten Flieger nicht mehr starten, erklärte das Verteidigungsministerium in Bukarest am Donnerstag.
Der Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu fungierte für die US-amerikanischen Truppen während der Kriege in Afghanistan und Irak als Transitbasis. Seit der Wiedereingliederung der Krim in die Russische Föderation wird die Militärbasis abwechselnd von US-amerikanischen und NATO-Truppen benutzt.
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