Kanada: Kinder erhalten Angebote, heimlich ins Impfzentrum zu fahren

In Kanada sorgen Befürworter der Corona-Impfung für Kinder für heftige Debatten. Diese haben Jugendlichen, deren Eltern gegen die Corona-Impfung sind, angeboten, sie heimlich zum Impfen zu fahren. In den sozialen Medien sorgte dies für Aufregung.

In Kanada haben Befürworter der COVID-Impfung für Kinder heftige Kontroversen ausgelöst, nachdem diese Jugendlichen, deren Eltern gegen eine Corona-Impfung sind, angeboten haben, sie heimlich zu einer Impfstelle zu fahren. Die Kontroverse nahm am Freitag ihren Lauf, nachdem eine Person namens Julian Wotherspoon einen Post auf Twitter abgesetzt hatte, in dem sie anbot, alle 13- bis 17-Jährigen zu unterstützen, die sich trotz des Widerstands ihrer Eltern impfen lassen wollten. "Ich fahre dich zur Klinik", schrieb sie.

"Wenn jemand fragt, gehe ich mit dir und meinen Kindern ins Kino. Let's do this."

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Saskatchewan brauchen Kinder ab 13 Jahren, "die in der Lage sind, den Nutzen und die möglichen Reaktionen" eines Impfstoffs zu verstehen, keine Erlaubnis der Eltern, um sich impfen zu lassen. Jugendliche können die Impfung ebenso verweigern, wenn sie ihrem Gesundheitsdienstleister eine entsprechende Bestätigung als "mündiger Minderjähriger" geben.

Selbst die Behörden empfehlen den Familien, das Thema gemeinsam mit Eltern und Kindern zu besprechen, bevor sie die Entscheidung treffen. In den sozialen Medien sorgte der Tweet für Aufregung und sorgte neben Lob auch für heftige Kritik. Inzwischen ist Wotherspoons Twitter-Konto nicht mehr öffentlich. Eine weitere Befürworterin der Kinderimpfungen, die selbsternannte "Mami-Bloggerin" Tenille Lafontaine, ebenfalls aus Saskatchewan, nannte Wotherspoons Angebot "erstaunlich". Sie fügte hinzu:

"Ich habe von ein paar Teenagern gehört, die sich selbst impfen lassen, weil ihre Eltern verrückt geworden sind. Den Kindern wird es gut gehen. Nebenbemerkung: Ich bin jederzeit bereit, zu fahren."

Andere Nutzer forderten die beiden Frauen auf, "sich von den Kindern anderer Leute fernzuhalten". Einige gingen sogar so weit, ihr heimliches Transportangebot mit einer Entführung zu vergleichen. Auslöser für Wotherspoons Beitrag war offenbar ein Nachrichtenbericht vom Mittwoch, wonach die Regierung von Saskatchewan verlangt, dass Eltern oder Erziehungsberechtigte Kinder im Alter von 12 Jahren und jünger zur COVID-19-Impfung begleiten. Gesundheitsminister Paul Merriman erklärte gegenüber CBC News:

"Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir den Impfstoff COVID-19 hinter dem Rücken der Eltern verabreichen."

Lafontaine sagte, dass sie nach ihrem Angebot, Kindern zu helfen, sich dem Wunsch ihrer Eltern zu widersetzen, mehrere Gewaltdrohungen von "Konservativen" erhalten habe. Eine der Nachrichten, die sie zitierte, war ein Tweet, in dem es hieß: "Guter Weg, um erschossen zu werden".

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