Oberst Jarosław Kembrowski, Militärattaché an der polnischen Botschaft in Minsk, wurde wegen der eskalierenden Krise in das weißrussische Verteidigungsministerium einbestellt. Warschau gibt Minsk die Schuld an der Situation und wirft der Regierung von Alexander Lukaschenko vor, Asylsuchende zu "Waffen" zu machen.
"Dem polnischen Militärattaché wurde mitgeteilt, dass die Anschuldigungen der polnischen Seite, das weißrussische Militär sei für die Flüchtlingskrise an der polnisch-weißrussischen Grenze verantwortlich, unbegründet und rechtswidrig sind", erklärte der Pressedienst des Ministeriums gegenüber Belta News und fügte hinzu, man sei besorgt über die Zahl der polnischen Truppen, die sich an der Grenze sammelten.
Polen hat nach einem Krisentreffen am Montag 12.000 Soldaten in das Gebiet entsandt. Warschau wirft Weißrussland vor, sich feindselig zu verhalten und die Flüchtlinge in Richtung der gemeinsamen Grenze zu drängen.
Berichten zufolge haben sich bereits 3.000 bis 4.000 Flüchtlingen auf der weißrussischen Seite versammelt. Über 10.000 weitere sollen sich anderswo in Weißrussland aufhalten und sich ebenfalls auf die Weiterreise nach Polen vorbereiten, wie der polnische Regierungssprecher Piotr Müller am Montag gegenüber Reportern erklärte.
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